Schwimmende Pflanzeninsel

:

Wie ein Klumpen Erde das Stettiner Haff säubern soll

So wie hier in Born am Darß soll die schwimmende Pflanzeninsel direkt im Stettiner Haff bei Vogelsang-Warsin aussehen.
So wie hier in Born am Darß soll die schwimmende Pflanzeninsel direkt im Stettiner Haff bei Vogelsang-Warsin aussehen.
ZVG

Im Stettiner Haff bei Vogelsang-Warsin ist die Wasserqualität miserabel. Die Gemeinde möchte das schnell ändern. Ein neues Projekt soll ab dem nächsten Frühjahr für sauberes Wasser sorgen.

Ein Klumpen Erde, ein bisschen Grün darauf. Sieht unspektakulär aus, soll aber wahre Wunder bewirken. Mit einer schwimmenden Pflanzeninsel will die Gemeinde Vogelsang-Warsin die Wasserqualität im Strandbereich des Haffs verbessern. „Die zuständigen Behörden haben uns mitgeteilt, dass die Wasserwerte sehr schlecht sind“, sagt Kai Kliewe, der Gemeindevertreter und Bauausschussvorsitzender in der Gemeinde ist.

Eine schlechte Wasserqualität wollen die Vogelsang-Warsiner nicht auf sich sitzen lassen und so hat die Gemeinde eine Kooperationsvereinbarung mit der „EUCC – Die Küsten Union Deutschland“ getroffen. Der Verein mit Sitz in Warnemünde fördert nach eigenen Angaben die nachhaltige Entwicklung von Küste und Meer in Deutschland – und installiert eben diese schwimmenden Pflanzeninseln. Im April 2019 soll direkt im Auslaufkanal vor dem Pumpschöpfwerk der Gemeinde die sogenannte Makrophyteninsel ins Wasser gelassen werden.

Kleines grünes Wunder kostet 250 Euro pro Quadratmeter

Gerade mal vier Quadratmeter groß soll sie sein, aus Schilfrohr und Edelstahl bestehen und mit Ketten verankert werden. Sie soll vollständig plastikfrei sein und mit heimischen Gewächsen bepflanzt werden. Dazu gehören Pflanzen wie der Rohrkolben, die Teichbinse, die Sumpfschwertlilie oder auch der Blutweiderich. „Diese Pflanzen saugen Nährstoffe wie Phosphor und Stickstoff direkt aus dem Wasser auf und verbessern so lokal die Gewässerqualität“, betont Svenja Karstens von der Küstenunion. Die Pflanzeninsel sei ein Testprojekt des Vereins und werde durch die EU mithilfe des „Interreg South Baltic Programms“ gefördert.

Nach Informationen der EUCC kostet das kleine grüne Wunder 250 Euro pro Quadratmeter. Bis zum Juli 2020 soll geprüft werden, ob sich die Wasserqualität damit tatsächlich signifikant verbessern lässt. „Wir testen die Anhäufung von Phosphor und Stickstoff und nehmen monatlich Wasserproben für Nährstoffanalysen. Außerdem wollen wir auch prüfen, ob sich diese Insel dazu eignet, die Belastung mit E.Coli-Bakterien zu reduzieren“, erklärt Svenja Karstens. Zeigt das Testprojekt des Vereins Erfolg, könnte so eine schwimmende Pflanzeninsel auch dauerhaft in Vogelsang-Warsin existieren. „Wir würden dann auch auf andere Gemeinden zukommen“, sagt Karstens.