TRAGÖDIE IN TORGELOW

Todesursache im Fall Leonie weiter ungeklärt

Vor zwei Monaten kam die sechsjährige Leonie in der Wohnung von Mutter und Stiefvater auf brutale Weise ums Leben. Die Ermittler warten auf ein wichtiges Gutachten.
Andreas Becker Andreas Becker
In diesem Haus kam das sechsjährige Mädchen vor knapp zwei Monaten ums Leben. Torgelower stellten in den Tagen danach Kerzen und Kuscheltiere auf.
In diesem Haus kam das sechsjährige Mädchen vor knapp zwei Monaten ums Leben. Torgelower stellten in den Tagen danach Kerzen und Kuscheltiere auf. Bernd Wüstneck
Torgelow.

Es ist ein Fall, der selbst langjährige und hart gesottene Ermittler bei Staatsanwaltschaft und Polizei immer noch erschaudern lässt und gleichzeitig antreibt, die Einzelheiten des tödlichen Schicksals eines kleinen Mädchens aufzuklären. Um die Geschehnisse am Tatabend in Torgelow am 12. Januar als auch die Vorkommnisse in den letzten Wochen und Monaten im jungen Leben der kleinen Leonie zu rekonstruieren, sind die Ermittler neben etlichen Zeugenvernehmungen auch auf die Ergebnisse eines rechtsmedizinischen Gutachtens zum Leichnam angewiesen.

Doch das Gutachten liegt nach Aussage der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg auch zwei Monate nach dem Tod des sechsjährigen Mädchens noch nicht vor. Noch immer sei unklar, wann Leonie welche Verletzungen erlitten hat und an welchen sie letztendlich gestorben sei.

Am Abend des 12. Januars hatte David H., der 27-jährige Lebensgefährte der Mutter des Mädchens, Rettungskräfte alarmiert und den Sanitäter anschließend versucht zu versichern, dass Leonie an einem Treppensturz gestorben sei. Da die offensichtlichen Verletzungen Leonies aber nicht deckungsgleich mit denen eines Treppensturzes waren, hatten die Rettungskräfte die Polizei eingeschaltet.

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Während David H. den gegen ihn erhobenen Vorwurf „Mord durch Unterlassen” unmittelbar nach seiner Festnahme abgestritten hat, ist Leonies Mutter ebenfalls in den Fokus der Ermittler gerückt. Bereits wenige Tage nach Leonies Tod war der Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung Anlass für Ermittlungen, mittlerweile wird nach Recherchen des Nordkurier geprüft, ob die Nachforschungen der Staatsanwaltschaft sogar in Richtung „Fahrlässige Tötung durch Unterlassen” erweitert werden.

Polizei arbeitet Flucht von David H. auf

Leonies Mutter ist derzeit – im Gegensatz zu David H. – nicht in einer Justizvollzugsanstalt untergebracht. Nach Auskunft des Landkreises Vorpommern-Greifswald wird sie gemeinsam mit ihrem Baby in der Einrichtung eines sozialen Trägers, mit dem der Landkreis eng zusammenarbeitet, rund um die Uhr betreut. Wo sich diese Einrichtung befindet, bleibt geheim – nur ein kleiner Kreis von Ermittlern und Landkreismitarbeitern kennt die Örtlichkeit. „Sie ist aber jederzeit für uns greifbar und ansprechbar”, heißt es von der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg.

Unabhängig von den staatsanwaltlichen Ermittlungen arbeitet die Polizei intern die zwischenzeitliche Flucht von David H. aus. Ihm war es am 14. Januar gelungen, während einer Vernehmung aus dem Polizeihauptrevier in Pasewalk zu fliehen. Erst nach siebentägiger Suche hatte die Polizei Erfolg und stellte den Flüchtigen. Dieser wollte da gerade selbst mit einem Anwalt zur Polizei fahren, hieß es.

Anschließend hatte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) einen Bericht von den Verantwortlichen des Polizeipräsidiums Neubrandenburg zu den Umständen der Flucht angefordert.

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