REH LANDET IM AUTO

So geht es der Pkw-Fahrerin nach dem Wildunfall

Zwischen Ueckermünde und der B109 hatte ein Reh am Freitag bei einem Wildunfall das Dach eines Autos durchschlagen. Ihren Schutzengel habe sie „wirklich gebraucht”, sagt die Fahrerin des Wagens.
Holger Schacht Holger Schacht
Cordula Radmonsky hatte Glück. Das Reh riss das Dach ihres Wagens auf und starb auf dem Rücksitz.
Cordula Radmonsky hatte Glück. Das Reh riss das Dach ihres Wagens auf und starb auf dem Rücksitz. Niemann/Schacht
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Ueckermünde.

Sie hat noch Schürfungen im Gesicht und Schrammen an den Händen, aber ansonsten geht es ihr gut: Cordula R. (59) aus Ducherow ist die Frau, die am Freitag wie durch ein Wunder den dramatischen Crash auf der K 52 nahezu unverletzt überlebte. „Im Auto hing immer ein Schutzengel am Spiegel”, sagt sie. „Den habe ich diesmal wirklich gebraucht.” Gegen 7.15 Uhr war die Buchhalterin eines Ueckermünder Steuerbüros auf dem Weg zur Arbeit, als das Unglück mit dem Reh geschah. „Ich habe großen Respekt vor Wild, schaue beim Fahren immer nach rechts und links”, sagt Cordula R.

Kurz hinter Annenhof sah sie das laufende Reh auf der Wiese, trat im Renault Twingo voll auf die Bremse. An dieser Stelle der K 52 wird auf Schildern vor Wildwechsel gewarnt. Im Gegenverkehr war ein 45-Jähriger aus Vogelsang-Warsin unterwegs mit seinem Hyundai. Der erfasste das Tier. „Dem Fahrer war die Sicht auf die Wiese durch Bäume verdeckt”, schildert Cordula R. „Er hat mich später angerufen und gefragt, wie es mir geht.” Vom Hyundai schleuderte das etwa 22 Kilo schwere Reh durch die Frontscheibe des Twingos, landete sterbend auf der Rückbank.

„Zum Glück erwischte es mich nur am rechten Arm. Ich habe in dem Moment nur noch Blut gesehen, musste sofort raus aus dem Wagen”, erzählt die 59-Jährige. Jetzt ist Cordula R. auf der Suche nach einer Frau, um sich zu bedanken: „Sie war sehr liebevoll, setzte mich nach dem Unfall in ihr dunkles Auto, deckte mich mich mit einer Decke zu und rief übers Handy meinen Mann und im Büro an.” Im Ameos Klinikum Ueckermünde tupften Ärzte Cordula R. später die Glasplitter raus, stellten mit Ultraschall und durchs Röntgen fest, dass fast alles in Ordnung ist. „Mein Blutdruck lag bei 200”, sagt sie.

Bis Donnerstag ist die Buchhalterin vorerst krankgeschrieben. Dann geht es zur Nachuntersuchung ins Ameos Klinikum. Ihr Twingo war erst drei Jahre alt. Wie beim Hyundai liegt auch hier Totalschaden vor. Den schätzt die Polizei auf insgesamt 20.000 Euro. Eins steht für Cordula R. „hundertprozentig” fest: „In meinem nächsten Auto hänge ich den Schutzengel wieder auf.”

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Kommentare (4)

Ein Reh wiegt nach einem gutem Sommer mit ausreichendem Nahrungangebot zwischen 12-15 kg, niemals 22 kg.
Das war dann mit Sicherheit ein Stück Damwild.

Ein Reh in Mitteleuropa kann zwischen 12 und 22 kg Normalgewicht erreichen, starke Rehböcke durchaus auch über 30 kg. Es wurden auch schon Exemplare mit über 40 kg erlegt.

Okay, ich habe mich geirrt, sie haben Recht.
Hab bei Wikipedia nachgelesen.

dass ich das noch erleben darf. Der HHIRKE gibt zu Bullshit von sich zu geben....danke für dein Opfer liebes Reh.