TROPISCHES INSEKT GEFUNDEN

Rätselraten um grünen Riesen-Käfer

„Was ist denn das für ein Riesenvieh?“ Vivien aus Ferdinandshof glaubte, ihren Augen nicht trauen zu können, als sie auf dem Hof fast über das ungewöhnliche Insekt stolperte. Doch ein Ueckermünder Käferfreund konnte sie mithilfe eines alten DDR-Buches aufklären.
Dieses riesige Käfer-Exemplar hat in Ferdinandshof für Aufsehen gesorgt.
Dieses riesige Käfer-Exemplar hat in Ferdinandshof für Aufsehen gesorgt. Katja Richter
Dieser tropische Rosenkäfer hat sich nach Vorpommern „verirrt“.
Dieser tropische Rosenkäfer hat sich nach Vorpommern „verirrt“. Katja Richter
Ferdinandshof.

Angst vor Käfern? Nein, die hat Vivien aus Ferdinandshof ganz sicher nicht, aber als die 16-Jährige dieser Tage fast über einen riesigen Käfer auf ihrem Hof gestolpert war, da saß auch bei ihr der Schreck erst einmal tief. „Der Käfer war wirklich groß“, erzählt sie dem Nordkurier. Anfassen wollte sie ihn deshalb nicht. Sie nahm ihn vorsichtig mit zwei Stöcken hoch und legte das „Riesenvieh“ erst einmal auf dem Mülltonnendeckel ab.

Fast acht Zentimter groß

Schnell ein Handyfoto für die Mutti auf der Arbeit, und die Sache war für die Teenagerin fürs Erste erledigt. Auch die Mutti hakte den Käferfund zunächst gedanklich ab. „Ich konnte auf dem Foto nicht wirklich erkennen, dass er so groß ist“, erinnert sie sich und nahm deshalb die Sache auch nicht so wichtig. Bis zum nächsten Tag, denn da lag das Prachtexemplar immer noch auf der Mülltonne, und die Familie staunte über die wahre Größe der leuchtend grünen Schönheit. Mit einer Größe von fast acht Zentimetern wurde das Prachtexemplar zunächst in einem Glas verstaut und erneut fotografiert. Dann ging die Grübelei los: Was ist das für ein Insekt? Wo kommt es her? Wer kann das Rätsel lösen?

Die Ahnung des Ueckermünders bestätigte sich

Das Handyfoto gelang zufällig nur wenigen Minuten später in die richtigen Hände, denn der Ueckermünder Raul Schade ist schon seit seiner Kindheit von Käfern fasziniert. „Ich erinnerte mich sofort an eines meiner damaligen Lieblingsbücher“ sagt er. Als Kind bestaunte er immer wieder die bunten Käferbilder darin. An die Fotos in der Mitte des Buches kann er sich noch heute ganz genau erinnern. „In der Mitte wurden ausschließlich die tropischen Rosenkäfer behandelt“, erzählt Schade und sah die bunte Seite wie damals vor sich. Lange suchen musste der Ueckermünder sein altes Buch „Wunderwelt der Käfer“ aus dem Jahr 1981 nicht, und seine Ahnung bestätigte sich nach einem Blick auf die Seite: Das riesige Käferexemplar ist tatsächlich ein tropischer Rosenkäfer.

Jetzt lebt das Insekt in einem Terrarium

Weltweit gibt es mehrere Tausend Rosenkäfer-Arten. Die meisten kommen in Afrika vor. Wegen des erstaunlichen Farbreichtums ist die Zucht dieser Insekten besonders reizvoll, weiß der Käferfreund, und hierin liege wahrscheinlich auch des Rätsels Lösung. Die tropischen Käfer sind im Terrarium nämlich nicht nur hübsch anzusehen, sondern seine Larven eignen sich auch hervorragend als Proteinquelle für Reptilien und werden allein deshalb oft gezüchtet. Ob der Käfer ausgesetzt wurde oder ausgebüxt ist, bleibt jedoch offen.

Was allerdings feststeht, ist, dass er es bis an sein Lebensende, und das wird naturgemäß leider spätestens schon in drei bis vier Monaten sein, im nun extra für ihn eingerichteten Terrarium richtig gut haben wird.

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