LANDGERICHT

Prozess um Tod von Leonie (6) startet wohl im September

Im Verfahren gegen den mutmaßlichen Mörder der kleinen Leonie (6) wird es ernst: Die Mordanklage gegen den dringend tatverdächtigen Stiefvater David H. ist beim Landgericht Neubrandenburg eingegangen.
Andreas Becker Andreas Becker
Gedenkkreuz an der Wolgaster Chausseestraße für die in Torgelow verstorbene sechsjährige Leonie.
Gedenkkreuz an der Wolgaster Chausseestraße für die in Torgelow verstorbene sechsjährige Leonie. Tilo Wallrodt
Neubrandenburg.

Seit knapp sechs Monaten sitzt der 27-jährige David H. in Untersuchungshaft. Er gilt nach Aussage der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg als dringend tatverdächtig, seine Stieftochter in Torgelow durch unterlassene Hilfe getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat jetzt die Anklageschrift an das zuständige Landgericht Neubrandenburg überstellt. „Mord durch Unterlassen”, lautet der Vorwurf. Ein Sprecher des Landgerichts bestätigte dem Nordkurier den Eingang der Anklageschrift. Beim Landgericht geht man davon aus, dass der Prozessbeginn im September sein könnte.

Stiefvater tat so, als sei Leonie die Treppe heruntergestürzt

Am Abend des 12. Januar war die damals sechsjährige Leonie tot in einer Wohnung in Torgelow gefunden worden. Dort hatte David H. gemeinsam mit Leonies Mutter und zwei weiteren kleinen Kindern gewohnt. Der 27-jährige Stiefvater hatte die Rettungskräfte an jenem Abend selbst alarmiert und anschließend versucht, den Sanitätern zu versichern, dass Leonie an den Folgen eines Treppensturzes gestorben sei.

Da die Verletzungen des kleinen Mädchens aber nicht zu einem Treppensturz passten, hatten die Rettungskräfte unmittelbar die Polizei eingeschaltet. David H. und die Mutter wurden zwei Tage später zur Vernehmung bei der Polizei geladen. Dort hatte der Stiefvater eine Unachtsamkeit der Beamten ausgenutzt und war aus dem Polizeihauptrevier Pasewalk geflohen. Erst nach sieben Tagen Flucht war es der Polizei gelungen, den mutmaßlichen Mörder Leonies wieder einzufangen.

Verfahren gegen die Mutter wohl separat

Auch gegen Leonies Mutter läuft bei der Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren – wegen „fahrlässiger Tötung durch Unterlassen“. Auch ihr droht jetzt eine Anklage. Eine entsprechende Anklageschrift ist beim Landgericht Neubrandenburg aber noch nicht eingegangen.

Um sowohl den Tatablauf am Todesabend in Torgelow als auch die dramatischen Geschehnisse im kurzen Leben der kleinen Leonie zu rekonstruieren, hatten die Ermittler in den vergangenen Wochen und Monaten nichts unversucht gelassen – etliche Zeugenvernehmungen, rechtsmedizinische Gutachten und Tatortbesichtigungen waren durchgeführt worden.

Alle Artikel zum Todesfall Leonie finden Sie hier.

Sei Aschenbrödel! - Dein personalisierbares Märchenbuch zum Film!

Das DDR Witzbuch

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

zur Homepage