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Kritik vom CDU-Finanzer

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Neue Debatte um Pommern-Kogge

Viele Fördergelder und - maßnahmen ermöglichten den Bau der Pommernkogge, doch wie der Betrieb nun organisiert werden soll, darüber wird noch debattiert.
Viele Fördergelder und – maßnahmen ermöglichten den Bau der Pommernkogge, doch wie der Betrieb nun organisiert werden soll, darüber wird noch debattiert.
Lutz Storbeck

Der Torgelower CDU-Mann Matthias Krins regt an, über den weiteren Umgang mit der „Ucra” noch einmal ganz in Ruhe nachzudenken, statt laufend Geld in das Projekt zu stecken.

Da geht es schon los: Eigentlich gehört die Vorpommernkogge „Ucra“ der Stadt Torgelow. Die Kommune ist Schiffseignerin. Aber der Liegeplatz der Kogge ist am Alten Bollwerk in Ueckermünde, denn dorthin kommen im Sommer die meisten Touristen. Dass beide Städte nun ein Herz und eine Seele sind, wäre wohl eine Übertreibung.

Ideal auch nicht der bisherige Entwicklungsgang des Nachbaus einer historischen Ostsee-Kogge. Das findet jedenfalls Matthias Krins, Mitglied der CDU-Fraktion in der Torgelower Stadtvertretung und Finanzausschuss-Chef des Kreistages. Zwar sei die Kogge gebaut worden in einer Zeit, als massiv die Instrumente des so genannten zweiten Arbeitsmarktes genutzt werden konnten. Über ABM-Maßnahmen beispielsweise. Aber als diese Maßnahmen ausgelaufen sind, habe sich natürlich die Frage gestellt, wie es mit der „Ucra“ weitergehen soll.

40 000 Euro Zuschuss nötig

Für die Stadt Torgelow als Eignerin bedeutete dies bislang immer, dass zugezahlt werden musste. „Dabei sind die Stadtvertreter nicht mit Zahlen konfrontiert worden, sondern es ging immer nur Einzelmaßnahmen“, sagt Matthias Krins. Wie erst jüngst. Da sollte der Hauptausschuss über eine weitere Zahlung entscheiden. Mehr als 40 000 Euro als Zuschuss, damit die Kogge technisch fit gemacht werden kann, um mit mehr Ballast und künftig auch mit Passagieren an Bord fahren zu können. Seine Zustimmung dazu hat Krins im Hauptausschuss verweigert. Stattdessen aber Fragen gestellt. Unter anderem die, ob man bei dem Koggenprojekt nicht die Reißleine ziehen und sich über Winter die Sache noch einmal ganz genau ansehen sollte. Anlass dafür gibt es, wie der CDU-Mann sagt.

"Für das Haff ungeeignet"

Zum Beispiel den Tiefgang der Kogge. Seines Wissens nach beträgt der zweieinhalb bis drei Meter. „Für das Haff also ungeeignet, man kann da nur in den Fahrrinnen fahren“, sagt er. Ihm fehlen zudem ein schlüssiges Nutzungskonzept und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung. Mit anderen Worten, eine vernünftige Erklärung dafür, warum immer wieder in die Kogge „reingebuttert“ werden soll.