„WIR SCHLIEßEN”

Jede Menge Leerstand in der Ueckermünder Altstadt

Rund ein Dutzend Geschäftsflächen stehen in der Ueckerstraße in Ueckermünde leer, wofür es mehrere Gründe gibt. Kritik gibt es unter anderem an den Preisvorstellungen der Vermieter. „Sie sollten verhandlungsbereiter sein“, sagt Oliver Grimm, Betreiber der Pizzeria „Como Prima“.
Die Lila-Bäcker-Filiale am Markt von Ueckermünde steht seit Ende September leer. Weil es im Haus Wohnungen gibt, sin
Die Lila-Bäcker-Filiale am Markt von Ueckermünde steht seit Ende September leer. Weil es im Haus Wohnungen gibt, sind nicht alle Gewerbe für die Nachnutzung geeignet. Holger Schacht
Ueckermünde.

„Der Markt und die Altstadt in Ueckermünde sind wunderschön“, sagt Haff-Tagestouristin Anne-Kathrin Kunze aus Berlin voller Begeisterung. Doch sie fragt sich wie viele Ueckermünder: „Wieso stehen so viele Geschäfte leer?“ Rund ein Dutzend sind es in der Ueckerstraße, zuletzt machte der Lila Bäcker vor zwei Monaten seine Altstadt-Filiale dicht. Schon vorher waren an den Fensterscheiben des Ladens zwei Zu-Vermieten-Plakate geklebt worden. Sie hängen bis heute. Es passiert genau das, was Nordkurier-Leser bereits befürchteten: „Eine weitere leerstehende Ecke trägt absolut nicht zu einem harmonischen Stadtbild bei. Das geht gar nicht.“

Kritik vom Gewerbeverein

Auch wenn es hier und da Neueröffnungen in der Innenstadt gibt: Für Joachim Westphal, Vorsitzender des Gewerbevereins, ist die Sache klar. „Die Miete, die da verlangt wird, ist zu hoch.“ Für die Gesamtfläche von 88 Quadratmetern inklusive Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung und Mehrwertsteuer werden monatlich 1902 Euro fällig. Hinzu kommt die Kaution von 3000 Euro. Ganz in der Nähe steht eine weitere Ladenfläche im Angebot. 550 Euro plus 1000 Euro Kaution werden dort für die 32 Quadratmeter verlangt. Grundlage für die Höhe wäre eine Kaltmiete zum Quadratmeter-Preis von 15 Euro.

Lieber weniger Miete, dafür aber keinen Leerstand

Oliver Grimm, Betreiber der Pizzeria „Como Prima“ in der Ueckerstraße, hält einen Gewerbe-Mietpreis von 6,50 Euro bis 9 Euro in der Altstadt für „realistisch“. Grimm kennt den Immobilienmarkt in Ueckermünde wie seine Westentasche; „Wir haben drei Jahre gesucht, um neue Räumlichkeitenzu finden. Entweder waren die Läden zu klein oder zu verschachtelt oder nicht zentral gelegen oder Gastronomie nicht erwünscht.“ Ueckermünder Vermietern rät Grimm, „verhandlungsbereiter“ über den Mietpreis zu werden. „Es ist doch besser, 300 statt 500 Euro zu bekommen, als Leerstand zu haben. Viele leer stehende Objekte in der Ueckerstraße lassen sich ja auch kaum als Geschäft nutzen, sondern nur als Büro“, sagt er.

Fehlende Kommunikation zwischen Unternehmern und Stadtverwaltung

Ueckermündes Bürgermeister Jürgen Kliewe hatte im Mai vor seiner Wahl zum Rathauschef gesagt, wie er für eine lebendige Innenstadt sorgen wolle. „In den letzten Jahren wurden Gespräche mit Gewerbetreibenden vernachlässigt, das muss sich ändern. Hilfreich wäre auch ein Leerstandskataster, das die Stadt in Zusammenarbeit mit den Eigentümern führen könnte. Ich würde gern einen kontinuierlichen gemeinsamen Werbeauftritt der Altstadthändler begleiten, so wie sie es schon zum Oster-Shopping oder Halloween-Shopping machen“, sagte er. Joachim Westphal, Vorsitzender des Gewerbevereins: „Wir würden das gegebenenfalls finanziell unterstützen. Aber bisher ist niemand an uns herangetreten.“ Der Leerstandskataster war bereits Thema im Bauausschuss. „Das werden wir machen“, sagt Kliewe.

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