KIEFER GEBROCHEN, ZÄHNE KAPUTT

Fußballer kommt mit Horror-Verletzungen ins Krankenhaus

Ein Luftduell hatte für einen Verteidiger des FSV Ueckermünde in der Fußball-Verbandsliga schlimme Folgen. Ärgerlich war auch ein anderer Umstand.
Eckard Berndt Eckard Berndt
Bitterer Moment: Erstbehandlung auf dem Platz für den verletzten Michal Jaczewski. Er wurde noch am Wochenende operiert und fällt längerer Zeit aus.
Bitterer Moment: Erstbehandlung auf dem Platz für den verletzten Michal Jaczewski. Er wurde noch am Wochenende operiert und fällt längerer Zeit aus.
Hubert Bylicki (am Ball) schoss beide Tore für Einheit Ueckermünde. Trotzdem stand am Ende eine Niederlage.
Hubert Bylicki (am Ball) schoss beide Tore für Einheit Ueckermünde. Trotzdem stand am Ende eine Niederlage. Eckard Berndt
Penzlin.

Ein gebrauchter Tag für den FSV Ueckermünde in der Verbandsliga. Nicht nur, dass die Schützlinge von Coach René Peters den sportlichen Wettstreit beim Liganeuling Penzliner SV mit 2:4 (0:1) verloren. Viel mehr schmerzt bei den Gästen die schwere Kopfverletzung von Abwehrspieler Michal Jaczewski, der im Luftduell mit einem Penzliner per Ellbogencheck so schwer verletzt wurde, dass dieser umgehend mit gebrochenem Unterkiefer und mehreren beschädigten Zähnen in das Neubrandenburger Klinikum eingeliefert wurde.

Wie der FSV Ueckermünde informierte, wurde Jaczewski noch am Wochenende operiert und wird für längere Zeit seiner Mannschaft nicht zur Verfügung stehen. Wutentbrannt äußerte sich FSV-Präsident Peter Ruhnau nach dem Abpfiff: „Dazu habe ich keinen Kommentar mehr. Mich bewegt vielmehr die Verletzung von Michal. Ihm wünschen wir schnellste Besserung“. Auch FSV-Geschäftsführer Ronny Stieg fand klare Worte. „Erstmal Glückwunsch an Penzlin zum Sieg. Alles andere ist mir bei diesem Spiel egal. Da wird Fußball zur reinen Nebensache.“

Entscheidung in der Nachspielzeit

Fußball wurde vor 171 Zuschauern dennoch gespielt. Vor dem Wechsel bekamen die Ueckermünder keinen Zugriff auf das Spiel. Tonangebend waren die Penzliner. Verdient die 1:0-Führung des Gastgebers durch Dustin Keil (29.) nach Freistoß von Oliver Kowal. „Mit dem einen Gegentreffer waren wir noch gut bedient. Wären wir höher in Rückstand geraten, hätten wir uns auch nicht beklagen dürfen“, sagte Stieg zum Vorpausenauftritt des FSV.

In den zweiten 45 Minuten belagerte Einheit mehr und mehr die Penzliner Hälfte, wirkt teilweise aber zu pomadig. Nach einer blitzsauberen Ballstafette über Patrick Lukaszewicz und Oskar Fijalkowski brauchte Hubert Bylicki (66.) die Kugel zum 1:1-Ausgleich nur noch über die Linie zu drücken. Chancen auf weitere Tore für Einheit waren durch Joke Reichel, Adam Celeban und Kay Reinke durchaus vorhanden.

Stadionsprecher leistet sich Peinlichkeit

Die Treffer machte aber der Gastgeber, der mit seinen Kontern nach dem Ausfall von Abwehrchef Jaczewski die Ueckermünder Hinterreihe vor arge Probleme stellte. Oliver Kowal (74.) per Freistoß und Alexander Lukesch (76.) schossen die Penzliner mit 3:1 auf die Siegerstraße. Durch Bylickis 2:3-Anschlusstreffer (77.) schöpfte Einheit wieder Hoffnung, wenigstens einen Punkt zu retten. Doch es war nur ein Wunschtraum. Durch einen eklatanten Abwehrfehler der Einheit-Defensive, der Ball wurde Penzlins pfeilschnellem Alexander Lukesch (90.+1) ungewollt auf dem „silbernen Tablett“ serviert, war mit dem 2:4 die erste Saisonniederlage perfekt. „Dem verletzten Ueckermünder Spieler wünschen wir alles Gute. Ich denke, wir haben verdient gewonnen, weil wir im Torabschluss konsequenter waren“, sagte Penzlins Trainer Henry Stamm.

Vom Sportsgeist weit entfernt war Penzlins Stadionsprecher bei den Namen der polnischen Fußballer in den Ueckermünder Reihen. Dass dieser bei Auswechslungen und dem Torschützen Bylicki noch betonen musste, dass man die Gästenamen schwer aussprechen kann, seine Torschützen aber lautstark feierte, war mehr als peinlich und unterhalb der Gürtellinie.

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Kommentare (9)

aus Ueckermünde. Das hört sich ja schlimm an, wenn man das so liest, Unterkiefer gebrochen und Zähne ausgeschlagen durch einen Ellenbogen-Check des gegnerischen Spielers. Ein Kiefer-Orthopäde muß das nun in Zusammenarbeit mit dem Zahnarzt des Fußballers richten (wieder heil machen, auch mit Kunstzähnen aus Keramik?).

sind für uns Deutsche wirklich schwer auszusprechen und ein bisschen den Gegner ärgern vor dem Spiel (und manchmal auch während des Spiels) heißt in der Fußballer-Sprache auch "frotzeln" und sollte nicht überbewertet werden. Beispiel: Vicky Leandros, deutsch-griechische Schlager-Sängerin mit "Theo, wir fahr'n nach Lodsch" (Lodz in Großpolen, zeitweise von 1940-1944 sogar Umbennung von Lodsch in (General-)Litzmannstadt im Wartheland (mit Judenghetto), was nicht unbedingt ein Ruhmesblatt der jüngeren deutschen Geschichte ist), bloß weil ein Wehrmachts-General mit dem Namen Litzmann die Stadt beim Einmarsch in Polen im September 1939 erobert hatte. *kopfschüttel*, dann doch lieber Lodsch (die Polen sprechen dieses Lodz angeblich als "Wutsch" aus *kopfschüttel nochmal*)

also am Stettiner Haff (zu DDR-Zeiten auch Oder-Haff genannt), im ehemaligen Landkreis Uecker-Randow, was zwei kleinere Flüsse sind, die von Pasewalk und Prenzlau herkommend in das Haff münden, jedenfalls so in etwa. Seit einer Gebietsreform im Jahr 2011 gehören die mittelpommerschen Orte Ueckermünde (6. Liga), Torgelow (5. Liga), Eggesin (8. Liga), Ferdinandshof, Ducherow, Pasewalk (8. Liga), Penkun (7. Liga), Löcknitz (8. Liga) usw. zum Großkreis Vorpommern-Greifswald, was behörden-technisch sicher auch Nachteile mit sich bringt. Die heute polnische Großstadt Stettin ist nur ca. 30-50 km entfernt von der Haff-Region, darum spieln in den dortigen Vereinen schon seit der EU-Osterweiterung im Jahr 2004 einige Polen mit.

grenzt südlich an die Haff-Region mit ihren Städten Prenzlau und Templin, Lychen und Boizenburg im Norden und Westen der Uckermark, und Schwedt, Angermünde und Eberswalde im Süden und Osten der Uckermark. Der Name "Uckermark" leitet sich vom Fluß Uecker, dem Ober- und Unter-Uecker-See bei Prenzlau und dem im frühen Mittelalter (900-1200) dort lebenden Volksstamm der Ukranen ab. Brandenburger Adlige eroberten und christianisierten die nordisch-germanisch gläubigen Uk-Ranen um ca. 1150. Die in ganz Vorpommern lebenden (Pomo-)Ranen waren ein Mischvolk aus Rugiern aus deren Ur-Heimat Rügen und Vandalen aus deren Ur-Heimat Mecklenburg (schon zu Tacitus Zeiten als Vandilii und Rugii im Römischen Reich um 70 u.Z. aus dessen "Germania" bekannt). Pomo ist das lateinische Wort für Apfel, die christlich-katholischen Missionare nannten die Gegend deswegen auf latein "Pomerania", was soviel wie "Land der jeden-Tag-eine-Apfel-essenden Ranen" bedeutet). auf englisch: "an apple a day keeps the doctor away".

auch in der Uckermark wird plattdeutsch (niederdeutsch) gesprochen neben dem allseits bekannte Hochdeutsch in Schule, Medien und im täglichen Umgang. Die älteren Leute (Rentner über 70) verstehen und sprechen noch Platt von ihrer eigenen Kindheit her. In der DDR setzte sich dann Hochdeutsch durch von den Städten her zuerst, heute wird niederdeutsch teils wiederbelebt in Kindergärten, Schulen und Kulturprojekten.

war die Handels- und Verkerhssprache der norddeutsche Hansezeit und zwischn 1250 und 1600 im gesamten Nordsee- und Ostsee-Raum verbreitet (von Flandern bis nach Nowgorod). Bekannte Städte der spät-mittelalterlichen Hansezeit waren von West nach Ost geordnet: mit Nordsee-Hafen: Brügge, Bremen, Hamburg, Flensburg; mit Ostsee-Hafen: Kiel, Lübeck (Sitz des Eldermanns der Hanse-Kaufleute), Wismar, Rostock (beide Mecklenburg), Stralsund, Greifswald, Stettin (alle drei Pommern), Danzig (Westpreussen), Königsberg (Ostpreussen), Memel (am gleichnamigen Fluß), Riga (Livland) und Reval (Estland). Nowgorod gehörte schon damals zu Russland und war ein wichtiger Handelsplatz für Felle, Holz und Honig. Auch Visby (auf Gotland), Stockholm (Svealand), Ystad (Skaneland), Kopenhagen (Dänemark) und Bergen (Norwegen) waren bedeutende Handelsort der Hanse-Zeit.

als Nordsee, damals gab es ja noch keinen Nord-Ostsee-Kanal (früher auch als Kaiser-Wilhelm-Kanal bekannt, um 1890 erbaut als Quer-Verbindung zwischen Nordsee und Ostsee noch heute von großen Pötten (Schiffen) genutzt. In Flensburg wurde früher (bis ca. 2007) gutes Bier gebraut (mit naturbelassenem Hopfen, ohne chemisch extrahiertes "Hopfen"-Extrakt).

(laut Lehr-Meinung seit 1800 aufkommend fälschlicher-weise als Slawen bezeichnet) sind die Nachfahren der hierzulande verbliebenen Erst-Geborenen der Vandalen/Wandalen aus der Zeit der Völkerwanderung (300-600 u.Z.). Die weg-gewanderten Vandalen-Nachgeborenen haben es bis nach Süd-Spanien (al-Andalus, Andalusien) und nach Nordafrika (Neu-Karthago, heute Tunis) geschafft und dort unter Geiserich, dem Großen ein Königreich begründet, das erst um ca. 550 u.Z. vom oströmischen Feldherrn Belisar besiegt wurde.

der Lutizen, einem Verbund der Vandalen/Vanen-Stämme im Einzugsgebiet des Nordkuriers, dem ehemaigen DDR-Bezirk Neubrandenburg, auch Warnen (Kessiner) und Ukranen sollen in Rethra den nordischen Götter-Vorfahren gehuldigt haben. Die Liutizen (die Leute von heute) bekämpften sich leider auch untereinander, was mit zum Untergang von Rethra um 1170 beitrug, neben den Angriffen von Norden (Dänen-Könige), Osten (Pommern-Herzöge), Süden (Bischöfe aus dem Land der Heveller, dem Havelland im Brandenburgischen), dem Westen (schon 50 Jahre eher christianisierte Obotriten/Langobarden-Fürsten aus Schwerin, Ratzeburg und Lübeck). Zu den Liutizen gehörten Müritzer (um die Müritz herum), Tollenser (am Tollense-See), Redarier (Kleinseenplatte) und Zirzipanen (Demmin um die Peene herum).