Unsere Themenseiten

Fuhr er unter Drogen?

:

Führerschein von Bürgermeister Gerd Walther eingezogen

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ueckermündes mittlerweile suspendierten Bürgermeister Gerd Walther.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ueckermündes mittlerweile suspendierten Bürgermeister Gerd Walther.
Archiv

Mit einer Drogenbeichte im Nordkurier machte Ueckermündes Bürgermeister Gerd Walther vor einigen Wochen Schlagzeilen. Jetzt ist er seinen Führerschein los.

Die Polizei hat Ueckermündes Bürgermeister Gerd Walther (Die Linke) am vergangenen Samstag den Führerschein entzogen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage des Nordkurier.

Die Staatsanwaltschaft hat bereits Ermittlungen gegen Walther aufgenommen, weil ein „Verdacht besteht, dass er aufgrund von berauschenden Mitteln unbefugt war, einen Pkw zu führen”. In Torgelow wurde Walther wegen überhöhter Geschwindigkeit von der Polizei angehalten

Walther: Ich habe einen Fehler gemacht

Gerd Walther gesteht diesen Fehler ein: „Ich habe die Situation falsch eingeschätzt, einen Fehler gemacht und mich bei den Polizisten sofort entschuldigt.” Bei einem Schnelltest soll einer von drei Werten grenzwertig gewesen sein, wie Walther selbst sagte. Um welchen Wert es sich dabei handelt, weiß Walther laut eigener Aussage nicht.

Im Anschluss wurde Walther zur Blutentnahme ins Krankenhaus nach Ueckermünde gebracht. Die Auswertung dieser Ergebnisse steht noch aus.

Drogenabhängigkeit streitet Walther ab

Vor einigen Wochen hatte die Staatsanwaltschaft in anderer Sache Ermittlungen gegen Walther eingeleitet. Nach einer Drogenbeichte im Nordkurier ermittelte die Behörde wegen „Erwerbs und Besitzes von Drogen“. Zehn Tage danach gab es eine Razzia in Walthers Haus in Vogelsang-Warsin.

Später relativierte Walther nach Rücksprache mit seinem Anwalt Peter-Michael Diestel seine Aussagen. Die Abhängigkeit von Rauschgift streitet er ab.

Kommentare (1)

Der Drogen-Schnelltest vor Ort ist kein Beweismittel. Er dient lediglich als vorläufige Bestätigung eines Drogenverdachts. Bis zu 12 Stunden rückwirkend kann damit Drogenkonsum ermittelt werden. Da Walther anscheinend vor der Blutentnahme Drogenkonsum zugegeben hat, wird der Blut- und/oder Urintest beweissicher für Drogeneinfluss im Straßenverkehr, eine MPU und mindestens 500 Euro Bußgeld folgen. Durch das Eingeständnis des Drogenkonsums von Walther vor Ergebnis des Kliniktests, ist die Einziehung des Führerscheins gerechtfertigt. Unter Drogeneinfluss am Straßenverkehr teilzunehmen, wenn seit Monaten Drogenvorwürfe und eine Suspendierung eines öffentlichen Amtes und dessen Weiterzahlung im Raum steht, hat mit Fehler nichts mehr zu tun.