Hohe Wassertemperatur

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Fischkadaver treiben im Landgraben bei Ferdinandshof

Unmittelbar vor einem Stauwehr im Landgraben bei Ferdinandshof hat am Freitag ein Spaziergänger die vielen Fischkadaver entdeckt.
Unmittelbar vor einem Stauwehr im Landgraben bei Ferdinandshof hat am Freitag ein Spaziergänger die vielen Fischkadaver entdeckt.
Lutz Storbeck

Nun hat es auch den Landgraben bei Ferdinandshof erwischt. Ein Spaziergänger hat dort an einem Wehr im Wasser etliche tote Fische gefunden. Vermutlich hat das heiße Wetter zum Fischsterben geführt.

Nun hat die seit Wochen andauernde Hitze auch in der Ferdinandshofer Region zu einem Fischsterben geführt. Zwar vorerst nur punktuell – im Landgraben, nordwestlich von Ferdinandshof, fanden sich am Wochenende etliche Tierkadaver, die an der Wasseroberfläche trieben. Ein Mann aus Eichhof, der mit seinem Hund spazieren war, hatte bereits am Freitag eine große Zahl toter Fische vor einem Stauwehr entdeckt. „Da war alles voll, es stinkt und es sieht wüst aus“, berichtete der Mann.

An anderen Abschnitten des Landgrabens sind nach erstem Augenschein noch keine Fischkadaver in großer Menge gesichtet worden. Allerdings könnten die derzeitigen Wetterbedingungen das schnell ändern. „Die seit Längerem anhaltenden hohen Temperaturen und die kaum nennenswerten Niederschlagsmengen haben dazu geführt, dass sich die Gewässer stark aufgeheizt haben, dass der Wasserpegel gesunken ist und dass es dort immer weniger Sauerstoff gibt“, sagt Kreispressesprecher Achim Froitzheim. Diese Bedingungen haben auch ein Wachstum von Algen und Wasserpflanzen verursacht, die ebenfalls Sauerstoff verbrauchen, ohne dass durch Niederschlag Frischwasser und damit neuer Sauerstoff zugeführt werden.

Beobachtungen den Behörden melden

Eine Entwicklung, die nicht nur in der Ueckermünder Region zu beobachten ist, sondern auch zum Teil in den anderen Landkreisen von MV und in den beiden kreisfreien Städten. Darüber haben sich die jeweils zuständigen Pressesprecher bereits ausgetauscht, wie Achim Froitzheim sagt. Bislang seien glücklicherweise lediglich punktuell solche Fälle von Fischsterben beobachtet worden – allerdings kann die Situation sich jederzeit schlagartig ändern, sollte es bei dem heißen Sommerwetter bleiben. Wassertemperaturen zwischen 24 und 28 Grad bedrohen die Fische – und das sei teilweise unter anderem im benachbarten Kreis Mecklenburgische Seenplatte zu verzeichnen, dort ist nach Auskunft der Zuständigen die Lage ernst und könnte schnell auch kritisch werden.

In jedem Fall sollte den Behörden gemeldet werden, wenn so unnatürlich viele tote Fische in einem Gewässer beobachtet werden. Die Kadaver müssen aus dem Wasser geholt werden, bevor sie zu Boden sinken und dort durch Zersetzungsprozesse weiteren Sauerstoff entziehen. Im Fall des Falles werden die toten Fische in einem speziellen Transportkörper, den der Landkreis zur Verfügung stellt, zur Tierkörperbeseitigungsanstalt nach Malchin gebracht, sagt Pressesprecher Achim Froitzheim.