Superalt und geistig fit
Diese Ueckermünderin ist schon 107 Jahre alt!

Ueckermündes Vizebürgermeister Joachim Trikojat übergab Käthe Baldauf einen bunten Blumenstrauß. Die Rentnerin machte es sich an ihrem 107. Geburtstag gemütlich, kuschelte sich in der Decke ein. Später besuchten sie zehn Verwandte bei Kaffee und Kuchen. 
Ueckermündes Vizebürgermeister Joachim Trikojat übergab Käthe Baldauf einen bunten Blumenstrauß. Die Rentnerin machte es sich an ihrem 107. Geburtstag gemütlich, kuschelte sich in der Decke ein. Später besuchten sie zehn Verwandte bei Kaffee und Kuchen.
Holger Schacht

Käthe Baldauf feierte in Ueckermünde ihren 107. Geburtstag und ist damit wohl Vorpommerns älteste Einwohnerin. Was ist ihr Geheimnis des Alterns?

Sie hat zwei Weltkriege überlebt. Sah, wie die Russen in Berlin einmarschierten, war Trümmerfrau, machte die deutsche Teilung durch. Als sie geboren wurde, war noch Kaiser Wilhelm II. das Staatsoberhaupt Deutschlands. Jetzt feierte Käthe Baldauf in Ueckermünde ihren 107. Geburtstag. Dieses sagenhafte Alter ist der Seniorin nicht anzusehen. Ueckermündes Stadtkämmerer Joachim Trikojat gratulierte im Vitanas-Seniorenheim am Tierpark, brachte neben der Grußbotschaft von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und dem bunten Blumenstrauß auch 50 Euro von der Stadt zum Verjubeln mit.

Trikojat: „Mit dem Geld können sie sich im Konsum was Schönes kaufen.“ Die Seniorin wusste bereits, wofür das Geld verwendet wird: „Damit bezahle ich den nächsten Friseur-Besuch.“ Trikojat entgegnete: „Sie sehen doch blendend aus. Einfach großartig.“

Sie ist mit Abstand die älteste Ueckermünderin

Käthe Baldauf ist die mit Abstand älteste Ueckermünderin und wohl auch die betagteste Rentnerin in Vorpommern-Greifswald. Landkreis-Sprecher Achim Froitzheim: „Altersdaten werden leider nicht zentral erfasst, deshalb stammt unsere aktuelle Statistik vom 31. Dezember 2017. Damals lebten im Landkreis 38 Einwohner, die älter als 99 Jahre waren. Darunter waren nur zwei Männer.“

Jeden Tag wird Käthe Baldauf von Brunhild Lünse besucht, ihrer Nichte. Die liest ihr dann die Nachrichten vor, weil Tante Käthe noch immer am Geschehen in der Stadt und auf der Welt interessiert ist. Die Nichte verriet: „Die Augen meiner Tante sind nicht mehr gut. Ansonsten ist alles in Ordnung.“ Wenn das Wetter besser werde, so die Nichte, würde Käthe Baldauf wieder an die frische Luft kommen. „Der Rollstuhl steht bereit“.

Mit 75 Jahren in die Heimat zurückgekehrt

Die ersten Jahre ihres langen Lebens hatte Käthe Baldauf in Sprengersfelde bei Ferdinandshof verbracht, wo sie auf einem Bauernhof aufwuchs. Mit 16 Jahren zog sie es nach Berlin-Lichtenberg, wo sie im Alter von 18 Jahren ihren Ehemann Walter heiratete. Losgelassen aber hat Käthe Baldauf ihre Heimat nie. Als spätere Mitarbeiterin der Bahn nutzte sie jede Gelegenheit, um nach Vorpommern zu fahren. Mit 75 Jahren kehrte sie schließlich zurück.

Superalte sind selten. Wie Käthe Baldauf eine von ihnen werden konnte, kann sie nur so erklären: „Ich esse gern Matjes. Früher gönnte ich mir auch ab und zu einen Kirschlikör.“ Hoch soll sie leben ...