VERZÖGERUNG

Zulassung per Mausklick in der Uckermark in weiter Ferne

Der 1. Oktober war der Stichtag für die Einführung der internetbasierten Fahrzeugzulassung. Die Uckermärker müssen sich aber noch gedulden.
Am Warten im Amt führt weiterhin kein Weg vorbei.
Am Warten im Amt führt weiterhin kein Weg vorbei. Arne Immanuel Bänsch
Prenzlau.

Nummer ziehen, sitzen, warten – das war bislang gängige Praxis in Kfz-Zulassungsstellen. Laut ADAC belief sich die durchschnittliche Wartezeit dort auf sage und schreibe 62 Minuten. So es einem überhaupt gelang, während der – O-Ton Prüfer – „wenig bürgerfreundlichen Öffnungszeiten” seine Angelegenheiten zu regeln. Kein Wunder also, dass viele Bürger dem 1. Oktober entgegenfieberten. Nun sollte Schluss mit dem vorsintflutlichen Prozedere sein. Ab Herbst wollten die bei den Landkreisen angesiedelten Straßenverkehrsbehörden Phase 3 des Projekts „i-Kfz” einläuten und mittels internetbasierter Fahrzeugzulassung Wartezeiten im Amt ad acta legen. Lediglich bei Nur-Abmeldungen oder Wiederzulassungen im selben Bezirk war das bereits möglich.

Ausschreibung verzögert sich

Doch das von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vollmundig in Aussicht gestellte An- und Ummelden per Mausklick wird es in der Uckermark in naher Zukunft noch nicht geben. Ramona Fischer, Sprecherin der Kreisverwaltung, erklärte, dass man im Land Brandenburg generell nicht so weit sei. Sie benannte als etwaigen Termin Ende November. Doch selbst darauf will sich das brandenburgische Infrastrukturministerium, welches die Fachaufsicht hat, nicht festnageln lassen. Sprecher Steffen Streu zufolge sind die vom Kraftfahrzeugbundesamt festgelegten Mindestsicherheitsstandards ein Grund dafür. Lange seien diese nicht klar definiert gewesen, was letztlich bei der Ausschreibung der IT-Dienstleistungen zu Verzögerungen führte.

Bescheide und Plaketten werden per Post verschickt

Im Onlineportal der Behörde identifiziert man sich ab Phase 3 mittels Ausweis mit PIN und Kartenlesegerät oder via Smartphone und AusweisApp 2. Dann muss man bei der Zulassungsbescheinigung Teil II, früher auch Fahrzeugbrief genannt, den Sicherheitscode freilegen. In die Auftragsmaske im Portal werden danach alle notwendigen Daten eingetragen. Dann wird ein Kennzeichen ausgewählt, die Daten vom System automatisch gecheckt, danach zahlt man. Anschließend wird der Antrag von einem Sachbearbeiter geprüft. Per Post kommen dann Zulassungsbescheid, die Zulassungsbescheinigung Teil I und II sowie die Plaketten für die Kennzeichen.

Autofahrer sollen Prüfsiegel selbst aufkleben

Eine Zeitersparnis hat der Autofahrer hier nur bedingt, denn bis die Post mit Brief und Prüfsiegeln ankommt, können zwei bis drei Tage vergehen. Dafür entfällt die Wartezeit in den Behördenräumen. Was die Online-Meldung nicht ersetzen kann, ist das Aufkleben der amtlichen Prüfsiegel. Das soll der Autofahrer künftig selbst erledigen.

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