ALTE TEMPLINERIN

Templiner Zeitzeugin verabschiedet

Die Templiner können Elfriede Sydow nicht mehr zur Stadtgeschichte befragen. Sie ist verstorben. Die 95-Jährige galt als wandelndes „Stadtarchiv“.
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Auf einen altem Stadtplan hat die Templinerin Elfriede Sydow die Straßenzüge eingezeichnet, in denen es in den letz
Auf einen altem Stadtplan hat die Templinerin Elfriede Sydow die Straßenzüge eingezeichnet, in denen es in den letzten Apriltagen 1945 in Templin gebrannt hat. Michaela Kumkar
Elfriede Sydow kämpfte dafür, die Puschkinstraße wieder zur Einbahnstraße zu machen.
Elfriede Sydow kämpfte dafür, die Puschkinstraße wieder zur Einbahnstraße zu machen. Michaela Kumkar/Archiv
Elfriede Sydow mit 90
Elfriede Sydow mit 90 privat
Templin.

Ein Templiner Original lebt nicht mehr. Zu Wochenbeginn ist Elfriede Sydow im Alter von 95 Jahren eingeschlafen. Die Templinerin galt als wandelndes Geschichtslexikon der Stadt. Sie war eine zuverlässige Adresse für all jene, die Fragen hatten zur Templiner Stadtgeschichte, zu Straßen, Häusern, Betrieben und Familiengeschichten. Ihr Zahlen- und Namengedächtnis war legendär.

Aktiv bei Vorbereitung der 750-Jahrfeier

Bei den Recherchen für das Buch zur Stadt Templin, einer märkischen Stadt im Wandel, und zur Festschrift für die 750-Jahr-Feier war Elfriede Sydow als Zeitzeugin ein hochgeschätzter Gesprächspartner der Templiner Autoren. Bis zuletzt hatte sich die 95-jährige Elfriede Sydow aktiv eingebracht in die Vorbereitungen zur 750-Jahr-Feier ihrer Heimatstadt.

Engagiert für Teilhabe von Senioren

Eine eigene Familie zu gründen, war ihr wegen der Kriegswirren nicht vergönnt gewesen. Umso mehr suchte sie Zeit ihres Lebens die Gemeinschaft mit Freunden, Verwandten, im DRK, engagierte sich im Seniorenklub und Seniorenbeirat, berichtete in Templiner Grundschulen von ihrem Leben und setzte sich für die Bedürfnisse von Senioren und Menschen mit Behinderungen und eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben ein.

Bombenangriff 1944 miterlebt

Elfriede Sydow hat den Bombenangriff auf Templin am 6. März 1944 miterlebt. 1946 begann sie als Schreibkraft im Landratsamt in der Bodenreformkommission und arbeitete viele Jahre bis 1984 beim VEB Kraftverkehr in Templin.

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