ENERGIEWENDE

Solarpark im Boitzenburger Land geplant

Fotovoltaikanlagen auf 284 Hektar Ackerfläche will Landwirt Dietrich Twietmeyer in der Gemeinde bauen. Für die Planverfahren gab es grünes Licht.
Im Boitzenburger Land will Landwirt Dietrich Twietmeyer Fotovoltaik-Anlagen auf Ackerflächen bauen. Die Mehrheit der Geme
Im Boitzenburger Land will Landwirt Dietrich Twietmeyer Fotovoltaik-Anlagen auf Ackerflächen bauen. Die Mehrheit der Gemeindevertreter hatte der Aufstellung von Bebauungsplänen zugestimmt. Simon Kraus
Boitzenburg.

Landwirt Dietrich Twietmeyer will nicht mehr nur mit Ackerbau und Viehzucht Geld verdienen, sondern auch in absehbarer Zeit mit Strom. Dafür ist der Eigentümer der Landwirtschaftlichen Erzeugergesellschaft Wichmannsdorf GmbH (LEG) dabei, eine eigenständige Firma zu gründen: die Solarenergie Boitzenburger Land GmbH. Eine erste wichtige Hürde auf dem Weg zum Energieproduzenten hat er bereits genommen. In der vergangenen Woche haben die Gemeindevertreter vom Boitzenburger Land mehrheitlich beschlossen, sogenannte vorhabenbezogene Bebauungspläne für insgesamt drei Fotovoltaik-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen in Wichmannsdorf, Kuhz und Haßleben aufzustellen.

Verzicht auf Fördermittel

Nach Angaben von Dietrich Twietmeyer sollen auf drei der landwirtschaftlichen Flächen des Unternehmens Solaranlagen auf speziellen Ständern entstehen. In Wichmannsdorf ist dafür eine Fläche von 64,4 Hektar vorgesehen, in Kuhz auf 145 Hektar und in Haßleben auf 74,6 Hektar. Diese Anlagen können seinen Angaben zufolge über 90 000 Haushalte mit regenerativ erzeugten Strom versorgt werden. Gebaut werden sollen sie ohne Fördermittel.

Unterschiedliche Beweggründe

Es seien zum einen wirtschaftliche Zwänge, die den Landwirt zu diesem Schritt bewogen haben. „Die Bedingungen für landwirtschaftliche Betriebe sind in den vergangenen Jahren immer schlechter geworden“, sagte er und führte Preisverfall für landwirtschaftliche Produkte, Konkurrenzdruck im europäischen und internationalen Maßstab sowie nicht zuletzt klimatische Veränderungen als Beispiele an. Auf der anderen Seite würden die Vorhaben zu den klimapolitischen Zielen der Bundesregierung und der Europäischen Union passen, die unter anderem eine Verdreifachung des Anteils der Fotovoltaik-Leistung bis 2030 vorsehen. Mit einem Solarkraftwerk würde die Gemeinde Boitzenburger Land einen Beitrag dazu leisten.

Bürgerbeteiligung im Blick

Boitzenburgs Gemeindevertreter hinterfragten die Pläne durchaus kritisch. So interessiert sich Anet Hoppe für die finanziellen Vorteile der Gemeinde. Dadurch, dass die Solarenergie Boitzenburger Land GmbH ihren Sitz in der Gemeinde hat, würden die Einnahmen aus der Gewerbesteuer in der Gemeinde bleiben, so Dietrich Twietmeyer. Das Thema Bürgerbeteiligung sowohl im Verlaufe des Planverfahrens als auch am Betrieb der Anlagen brachte Jan-Uwe Michalek zur Sprache. Twietmeyer sicherte eine frühzeitige Bürgerbeteiligung bei der Planung zu. Darüber hinaus prüfe der Unternehmer Möglichkeiten, wie sich Bürger an den Vorhaben und Erträgen beteiligen können, und zwar nicht nur solche, die über finanzielle Mittel verfügen, betonte er.

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