ARTENSTERBEN

Massenhaft Hummeln in Prenzlau tot

Zu Hunderten lagen tote Hummeln unter einer Linde in der Prenzlauer Grabowstraße. Was ist Schuld an dem massenhaften Sterben?
Konstantin Kraft Konstantin Kraft
In den letzten Lebenszügen: Kurz vor dem Hungertod winden sich zwei Hummeln auf einer Straße in Prenzlau.
In den letzten Lebenszügen: Kurz vor dem Hungertod winden sich zwei Hummeln auf einer Straße in Prenzlau. Konstantin Kraft
Hunderte tote Hummeln liegen derzeit unter einer Linde in der Prenzlauer Grabowstraße.
Hunderte tote Hummeln liegen derzeit unter einer Linde in der Prenzlauer Grabowstraße. Konstantin Kraft
In voller Blüte steht die Linde in der Prenzlauer Grabowstraße, doch darunter liegt ein Massengrab aus Hummeln.
In voller Blüte steht die Linde in der Prenzlauer Grabowstraße, doch darunter liegt ein Massengrab aus Hummeln. Konstantin Kraft
Prenzlau.

Dicht an dicht liegen Hummeln auf dem Boden entlang der Grabowstraße in Prenzlau. Einige kriechen noch etwas vor sich hin, bäumen sich in ihren letzten Lebenszügen auf. Die meisten aber liegen bereits regungslos auf dem Rücken. Inzwischen sind viele der Kadaver weg gekehrt, doch täglich kommen neue hinzu.

Seltene Nahrungsquelle im Sommer

Eine Nachfrage beim Landkreis Uckermark schafft Aufklärung und räumt die schlimmsten Befürchtungen beiseite. „Die toten Tiere sind weder krank, noch überaltert, noch wurden sie vergiftet“, stellt Torsten Blohm von der Unteren Naturschutzbehörde klar. Bei dem „sommerlichen Hummelsterben“ handele es sich zudem um kein neues Phänomen. Die Linden gelten als eine der wenigen Trachtquellen im Sommer, „die Hummeln magisch anziehen“, so Blohm.

Hummeln verhungern unter dem Baum

„Die Bäume sind so attraktiv, dass die Nektarvorräte häufig nicht für alle Sammlerinnen reichen oder die Flugwege zwischen Nest und Blüten zu weit sind.“ Die Konsequenz hat eine tragische Dimension: „Die Insekten verhungern schlichtweg und werden gehäuft unter den blühenden Bäumen gefunden.“ In Prenzlau sei dieses Phänomen gerade besonders augenfällig in der Grabowstraße zu beobachten.

Linde steht in voller Blüte

In etwa auf Höhe des Wasserturmes steht eine Silberlinde in voller Blüte. Eine Ausnahme: Die meisten Silberlinden hätten in diesem Jahr nicht geblüht, informiert Torsten Blohm. Die Folge: Die Hummeln verenden konzentriert unter den wenigen Linden, die derzeit in voller Blüte stehen. Sie verhungern – dem lebenserhaltenen Nektar so nahe...

Massensterben an wenigen Bäumen

Was könnte gegen das Massensterben der Hummeln im Sommer getan werden? „Ein wirksames Mittel gegen das Hummelsterben ist ein reichhaltiges Angebot blühender, nektarliefernder Pflanzen an vielen Stellen in der Stadt“, sagt Torsten Blohm. Wo dies vorhanden sei, gäbe es auch keine, oder wenn überhaupt, dann nur wenige, tote Hummeln.

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