CORONAKRISE

Kontaktsperre verzögert Kfz-Zulassung in der Uckermark

Manche Behörden arbeiten in der Corona-Krise nur eingeschränkt. Autobesitzer müssen Geduld haben. Roland Herrmann hat aber keine Zeit.
Das Auto ist da, aber fahren kann Roland Herrmann damit nicht, weil ein wichtiges Dokument fehlt.
Das Auto ist da, aber fahren kann Roland Herrmann damit nicht, weil ein wichtiges Dokument fehlt. Claudia Marsal
Ziemkendorf.

Roland Herrmann hat Glück. Sein Job ist vermutlich coronasicher. Als Kraftfahrer einer Spedition hat der 52-Jährige aktuell jedenfalls mehr denn je zu tun. Dass er dafür täglich weit pendeln muss, stört den Uckermärker nicht. Er lebt gern in Ziemkendorf und nimmt dafür die tägliche Anfahrt nach Heinrichswalde (Kreis Vorpommern-Greifswald) – 55 Kilometer je Strecke – billigend in Kauf, wie er versichert. Zurzeit machen ihm die Fahrten zum Betrieb allerdings große Sorgen. Und das wiederum hat bedingt mit Corona zu tun. Aber der Reihe nach: Vor ein paar Wochen begann das alte Auto des Truckers seinen Geist aufzugeben. Roland Herrmann sah sich nach einem anderen Wagen um.

Telefonische Anmeldung

Der ward auch schnell gefunden. Über Ländergrenzen hinweg rollte der Ford am vergangenen Wochenende vom Händler auf den Hof des Ziemkendorfers. Doch nachdem der Pkw vom Hänger geholt worden war, lief das gute Stück keinen Meter weiter. Roland Herrmann bekam das Auto nämlich nicht zeitnah zugelassen.

Hintergrund sind die aktuellen Corona-Einschränkungen bei den Behörden. Auch der Landkreis Uckermark muss sicherstellen, dass die Kontaktbeschränkungen eingehalten werden. Das bedeutet im konkreten Fall, dass man bei der Straßenverkehrsbehörde zunächst telefonisch einen Termin vereinbaren muss, und die Bürger nur einzeln eingelassen werden. Dadurch verzögert sich die „Schlagzahl” bei der Bearbeitung logischerweise.

Auto geborgt

„Mir wurde gesagt, dass ich frühestens am 12. Mai nach Prenzlau zur Kfz-Zulassungsstelle kommen kann”, beklagte Roland Herrmann im Gespräch mit dem Uckermark Kurier: „Aber wie ich bis dahin zur Arbeit fahren soll, weiß niemand.” Aktuell behelfe er sich, indem er in der Familie Autos borge. „Aber das ist natürlich kein Dauerzustand.”

Mit dem Problem konfrontiert, signalisierte die Kreisverwaltung Uckermark sofort Gesprächsbereitschaft. Für ganz eilige Fälle finde sich stets eine Lösung, versicherte Pressesprecherin Ramona Fischer. Wer die Neuzulassung ganz dringend benötige, müsse das im Gespräch mit den Mitarbeitern nur deutlich sagen. Oder – wenn die Unterlagen in den Postkasten eingeworfen werden – auf einem Zettel darauf hinweisen. „Die Kollegen versuchen alles Menschenmögliche, um auch in dieser Situation schnell und bürgernah zu arbeiten”, so Fischer. Mit Roland Herrmann nahm die Behörde noch am selben Tag Kontakt auf, um die Bearbeitung seines Vorgangs in die Wege zu leiten. Ramona Fischer wies zusätzlich darauf hin, dass auch die Online-Anmeldung weiter möglich sei.

Telefon: 03984 70 1336

Fax: 03984 70 3699

E-Mail: ordnungsamt@uckermark.de

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