KINDERPORNOGRAFIE

▶Im Missbrauchsprozess gegen Mutter nur kurz verhandelt (mit Video)

Eine 29-jährige Prenzlauerin soll kinderpornografische Bilder ihrer Tochter hergestellt und versendet haben. Ein Urteil könnte bald fallen.
Der Prozess soll am 23. Oktober fortgesetzt werden.
Der Prozess soll am 23. Oktober fortgesetzt werden. Konstantin Kraft
Neuruppin.

Im Verfahren gegen eine 29-jährige Prenzlauerin, der die Staatsanwaltschaft unter anderem sexuellen Missbrauch von Kindern vorwirft, wurde am Donnerstag vor dem Landgericht Neuruppin weiter verhandelt. Allerdings nur kurz: Es handelte sich um einen so genannten Schiebetermin. Dieser dient im deutschen Strafprozess dazu, eine Fortsetzung des Prozesses innerhalb einer bestimmten Frist zu gewährleisten. Die Strafprozessordnung bestimmt, dass eine Hauptverhandlung bis zu drei Wochen unterbrochen werden darf. Wurde bereits an mindestens zehn Tagen verhandelt, verlängert sich die Frist auf bis zu einen Monat.

 

 

 

 

 

Angeklagte nicht vorbestraft

Werden die gesetzlichen Fristen nicht eingehalten, muss der Prozess von vorne beginnen. Das heißt, alle Zeugen, Sachverständige, alle, die bereits gehört wurden, müssen erneut aussagen. Im vorliegenden Fall wurden am ersten Verhandlungstag bereits Polizeibeamte vernommen. Am zweiten Verhandlungstag hatte sich die Angeklagte zu den Vorwürfen geäußert. Sie soll zwischen 2012 und 2015 kinderpornografische Fotos und Videos ihrer kleinen Tochter gemacht und diese an eine Internetliebe verschickt haben, der Uckermark Kurier berichtete. Das Bundeszentralregister weist keine Vorstrafen der Angeklagten aus.

Die Staatsanwältin fragte am Donnerstag, ob die junge Frau mit der außergerichtlichen Einziehung eines beschlagnahmten Notebooks und zweier Handys einverstanden sei. „Nicht wirklich“, antwortete die 29-Jährige. Alle Geräte hätte sie erst nach den hier angeklagten Vorwürfen angeschafft.

Nur Bilder bei Bekannten ausgewertet

Die Anklage, so die Staatsanwältin, beruht auf den ausgewerteten Handydateien der Internetbekanntschaft der Angeklagten, der bereits dafür verurteilt wurde.

In die Handys der Angeklagten habe sie bisher nicht reingesehen, was sie auch nicht machen würde, würde diese einer außergerichtlichen Einziehung zustimmen, so die Anklagevertreterin. Ansonsten bestehe das Risiko, dass ein weiteres Verfahren auf die 29-Jährige zukomme. Dann nämlich, wenn sich auf diesen Mobiltelefonen über die bereits bekannten Bilder weitere bislang unbekannte kinderpornografische Darstellungen finden würden.

Fortsetzung des Prozesses am 23. Oktober

Die Verhandlung wird am 23. Oktober in Neuruppin fortgesetzt. Der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann wandte sich an die Staatsanwältin und den Verteidiger. Sie sollten sich darauf einrichten, dann ihre Plädoyers halten zu können.

 

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