GUTE TAT

Grieche in Prenzlau verschenkt sein Mobiliar

Fast 20 Jahre nach der Eröffnung hat Familie Karfis ihr Lokal an der Stettiner Straße neu gestaltet. Eine gute Nachricht für Horte oder Vereine.
Vasileios (links) und Nikolaos Karfis trugen eine der letzten alten Bänke ihres griechischen Restaurants ins Freie. Drau&
Vasileios (links) und Nikolaos Karfis trugen eine der letzten alten Bänke ihres griechischen Restaurants ins Freie. Draußen warteten schon Interessenten auf das ausgemusterte Mobiliar des „Hellas“-Lokals. Claudia Marsal
Steffen Brack (links) freute sich für den Förderverein Nordwestuckermark.
Steffen Brack (links) freute sich für den Förderverein Nordwestuckermark. privat
Prenzlau.

Vasileios Karfis war zwölf, als er mit seiner Familie aus Südeuropa nach Prenzlau übersiedelte. Der junge Grieche lebte sich hier schnell ein, auch dank der Mitschüler und Lehrer, die ihm zunächst an der Pestalozzi- und später an der Grabowschule hilfreich zur Seite standen. Dass der heute 30-Jährige die uckermärkische Kreisstadt trotz griechischer Staatsbürgerschaft als seine zweite Heimat ansieht, kam also nicht von ungefähr. „Wir sind hier alle mit offenen Armen empfangen worden. Und das ist bis heute so. Wir fühlen uns wohl“, versichert der junge Mann auch im Namen seiner Eltern und seines Bruders.

Schritt nach Deutschland nie bereut

Den Schritt, nach Deutschland zu gehen, hätten sie nie bereut. Papa Nikolaos Karfis (51) führt hier seit fast zwei Jahrzehnten das gutgehende Restaurant „Hellas“ am Prenzlauer Bahnhof. Im Familienbetrieb zur Seite stehen ihm Ehefrau Maria sowie die Söhne Georgios und Vasileios. Anfang 2020 fanden die vier nun, dass es an der Zeit war, ihrem Laden einen neuen Anstrich zu geben. Das Lokal wurde bei laufendem Betrieb an sechs Tagen die Woche im Inneren neu gestrichen und möbliert. Übrig blieben dabei allerdings 36 hölzerne Sitzbänke, die den Gastronomen und ihren Besuchern bis dahin gute Dienste geleistet hatten.

„Sie waren noch tadellos in Ordnung“, beschreibt der Junior-Chef den Zustand des Mobiliars. Deshalb sei ihnen das zum Wegschmeißen auch viel zu schade gewesen, ergänzt sein Vater. Nach kurzer Rücksprache im Familienrat starteten die Wirtsleute deshalb einen öffentlichen Aufruf. Sie fragten bei Schulen, Vereinen und privaten Gästen an, ob jemand Verwendung für den einstigen „Hellas“-Bestand habe. Die Reaktion sei riesig gewesen, reflektiert Vasileios Karfis die Aktion.

Bänke für Hort aus Kindheitstagen

Innerhalb kürzester Zeit hätten sich viele Interessenten gefunden. Den jungen Griechen freute besonders, dass auch der Hort der Pestalozzischule Bedarf anmeldete. Diese Bänke wurden als erste ausgeliefert, wie er sagt – quasi in Erinnerung an die eigene schöne Schulzeit dort. Die letzten Möbelstücke holte sich am Donnerstag ein Verein ab. „Wir sind wirklich sehr froh, dass wir für alles Verwendung gefunden haben“, ergänzte die Familie im Gespräch mit dem Uckermark Kurier.

Nun hofft die Familie, dass es sich ganz schnell herumspricht, dass der Grieche einen neuen Anstrich erhalten hat. „Wir sind echt gespannt, wie die Gäste die neue Einrichtung annehmen“, sagt der jüngste Sohn und streicht versonnen über die modernen Stühle, die jetzt im Gastraum zu finden sind. Ihm gefällt besonders die Neugestaltung der Wände, die jetzt in Weiß und hellen Farben erstrahlen. „Da macht die Arbeit doch gleich doppelt so viel Spaß“, versichert der Unternehmersohn abschließend.

Förderverein Nordwestuckermark profitiert

Einer der Nutznießer der Geschenkaktion ist der Förderverein Nordwestuckermark e. V. Dessen Vorsitzender Steffen Brack hatte sich um das Mobiliar beworben, um Jugendclubs, Kitas und Feuerwehren im Amtsbereich zu beglücken. Als Erstes dürfen sich die Mädchen und Jungen in Parmen und Fürstenwerder über Sitzmöglichkeiten freuen. Insgesamt können hier 15 Bänke weitervergeben werden.

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