GROßBRAND IN TEMPLINER SENIORENANLAGE

DRK im engen Kontakt mit Brandopfern und Angehörigen

Weniger Veletzte als zunächst befürchtet forderte der Großbrand in einer Seniorenwohnanlage in Templin. Ein Todesopfer ist zu beklagen. Am Tag danach steht die Betreuung aller Betroffenen im Vordergrund.
Ein Feuer zerstörte am 11. Juli ein Großteil der Wohnungen einer Seniorenanlage des DRK in Templin. Es gab einen To
Ein Feuer zerstörte am 11. Juli ein Großteil der Wohnungen einer Seniorenanlage des DRK in Templin. Es gab einen Toten und mehrere Verletzte. Zur Brandursache wird noch ermittelt. Uwe Werner
Nico Brückmann Vorstandsvorsitzender des DRK Kreisverbandes Uckermark West/Oberbarnim und Geschäftsführer der S
Nico Brückmann Vorstandsvorsitzender des DRK Kreisverbandes Uckermark West/Oberbarnim und Geschäftsführer der Service Wohnen GmbH, ist erleichtert, dass durch den verheerenden Brand nicht noch mehr Opfer zu beklagen sind. Mathias Scherfling
Templin.

Bei aller Trauer um einen Bewohner, der am Sonnabend bei dem verheerenden Brand in der Seniorenwohnanlage im Templiner Haselweg sein Leben verlor, zeigte sich Nico Brückmann am Sonntagmorgen erleichtert darüber, dass die Zahl der Verletzten geringer ist als zunächst befürchtet. Der Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbandes Uckermark West/Oberbarnim und Geschäftsführer der Service Wohnen GmbH spricht von drei vergleichsweise leicht verletzten Bewohnern, die sich noch zur weiteren Beobachtung am Sonntag im Krankenhaus befanden. Weitere drei bis vier Einsatzkräfte sollen sich zudem noch am Sonnabend in ärztlicher Behandlung begeben haben.

Vermisstenfall aufgeklärt

Die Rettungsleitstelle musste am Sonnabendnachmittag im Zuge der Alarmierung zunächst von einem Massenanfall an Verletzten ausgehen. In der vom Feuer betroffenen Anlage für betreutes Wohnen befinden sich 82 Wohnungen, die bis mit 125 Bewohnern belegt sind. Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich 89 im Objekt. Die anderen waren in Templin unterwegs beziehungsweise übers Wochenende bei Verwandten, schilderte Nico Brückmann dem Uckermark Kurier. Der zunächst gemeldete Vermisstenfall hatte sich noch am Sonnabend aufgeklärt, Der Mann war noch vor dem Eintreffen der Polizei von Verwandten in Sicherheit gebracht worden und ist unverletzt.

Engen Kontakt mit Verwandten

Von den 89 evakuierten Bewohnern konnten 16 im Seniorenlandsitz in der Dargersdorfer Straße, sieben im benachbarten DRK-Heim „Margarethe-Henning-Haus”, weitere in anderen Pflegeeinrichtungen und das Gros bei Verwandten vorübergehend Unterkunft finden. „Mit den Verwandten haben wir umgehend alle Kontaktdaten ausgetauscht, die Medikamentengabe und notwendige Versorgung ihrer von uns zu pflegenden Angehörigen abgestimmt. Sie können uns jederzeit telefonisch erreichen”, schilderte Nico Brückmann. Am Sonntag ist seit 6 bis 20 Uhr eine Ansprechpartnerin in der Templiner DRK-Sozialstation unter der Telefonnummer 03987 700 633 zu erreichen. Die Personenauskunftsstelle der Brandenburger Polizei hatte bereits am Sonnabend gegen 22.45 Uhr ihrer Tätigkeit beendet.

Abstimmung geschah zielführend

Die insgesamt 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der vom Feuer betroffenen Wohnanlage werden sich weiter um die häusliche Krankenpflege der Bewohner an den unterschiedlichen Orten kümmern, versicherte der DRK-Geschäftsführer. Entsprechende Pläne würden gerade überarbeitet. Gleichzeitig richtet Nico Brückmann einen großen Dank an die DRK-Mitarbeiter der von der Brandkatastrophe heimgesuchten Einrichtung, die Mitarbeiter aus dem benachbarten DRK-Heim sowie alle ehrenamtlichen und hauptamtlichen Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, des DRK und der Polizei: „Die Abstimmung hat hervorragend und zielführend geklappt.”

Bilder von brennendem Bewohner

Völliges Unverständnis äußerte er darüber, dass in sozialen Netzwerken offensichtlich Bewegtbilder von dem brennenden Bewohner gestellt worden sind, der später seinen Verletzungen erlegen ist. Diesbezüglich wird inzwischen bereits strafrechtlich ermittelt. Zu den ebenfalls in sozialen Netzwerken entfachten Spekulationen, ob eine andere Vorgehensweise der Feuerwehrkräfte möglicherweise das Leben des Mannes hätte retten können, wollte er sich keinesfalls äußern. Er wisse, dass die Einsatzkräfte alles versucht hätten, in die betroffene Wohnung, in deren Nähe auch der Brandherd vermutet wurde, vorzudringen. „Von diesem furchtbaren Unglück sind über hundert Menschen unmittelbar betroffen. Vor diesem Hintergrund ist es eine Leistung von vielen Mitarbeitern und Einsatzkräften, dass wir nicht noch mehr Opfer und Verletzte beklagen müssen”, so seine Einschätzung.

Spontane Hilfsangebote

Zur Brandursache selbst gibt es bisher viele Spekulationen, aber keine belastbaren Erkenntnisse der Ermittler, die auch am Sonntag vor Ort auf Spurensuche sind.Nico Brückmann hofft, dass sich im Verlauf des Sonntages herausstellen könnte, dass zumindest ein Teil der betroffenen Senioren in ihre Wohnungen zurückkehren kann. Die genaue Schadenshöhe abzuschätzen, dazu sei es derzeit noch zu früh.Er freue sich mit seinen DRK-Mitarbeitern, dass es in der Bevölkerung bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Brandes erste spontane Hilfsangebote gegeben hätte. Neben vermietbaren seniorengerechten Wohnraum würden vor allem Einrichtungsgegenstände und Kleidung benötigt, schätzte Brückmann ein. Er bittet allerdings darum, diese nicht vor Ort vorbei zu bringen, sondern entsprechende Angebote ab Montag telefonisch an die DRK-Sozialstation zu übermitteln. Diese würde dann die Hilfsangebote aufnehmen und koordinieren. Die Sozialstation werde am Montag ab 7 Uhr erreichbar sein.

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Kommentare (2)

"...dass in sozialen Netzwerken offensichtlich Bewegtbilder von dem brennenden Bewohner gestellt worden sind..."
Wie krank, wie kaputt ist diese Gesellschaft? Solche Zellhaufen müssen gänzlich gefühlslos sein. Kein Funken Anstand oder Mitgefühl. Einfach widerlich solch ein "Benehmen". Das sind die gleichen Typen die bei nem Unfall nicht die Rettungskräfte rufen, sondern Fotos von den Verunglückten machen und dann die Rettungskräfte zusammenschlagen weil die im Weg stehen zu Fotografieren. Bei so einigen ist das nur in Spurenelementen vorhandene Denkzentrum wohl schon in den Arsch gerutscht

denn die Asche die fällt, könnte Deine eigene sein.