BIO-WARE ZUM FEST

An diese Weihnachtsbäume kommt kein Gift ran

Hier stimmt der Öko-Fußabdruck: Familie Günther baut seit der Wende Nordmanntannen in Prenzlau und Grünow an. Das spart nicht nur tausende Fahrkilometer.
Claudia Marsal Claudia Marsal
Fred Günther freut sich, dass die Plantage so gut gedeiht.
Fred Günther freut sich, dass die Plantage so gut gedeiht. Claudia Marsal
Prenzlau.

Fred Günther ist ein Fan von heimischen Spezialitäten und ein Verfechter regionaler Kreisläufe. Er hält Hühner fürs eigene Frühstücksei, mag Wurst am liebsten aus seiner Hausschlachtung und Honig nur, wenn er von Bienen aus der Umgebung stammt, vorzugsweise von den eigenen. „Wenn alle ein bisschen auf bewussten Konsum achten würden, hätten wir viele Umweltprobleme nicht”, ist der 62-Jährige überzeugt. Er sieht nicht ein, dass Erzeugnisse tausende Kilometer durchs Land gekarrt werden müssen, wenn man sie theoretisch auch vor Ort produzieren und erwerben kann.

Pünktlich zum Fest leistet der Prenzlauer seinen eigenen Anteil für einen besseren ökologischen Fußabdruck. Er bietet zum Weihnachtsfest Bäume an, die mitten in der Kreisstadt oder vor deren Toren gewachsen sind.

Zweite Generation

Hunderte Nordmanntannen und Blaufichten stehen auf seinen Grundstücken am Neustädter Damm 87 beziehungsweise in Grünow. Kurz nach der Wende hat die Familie dort schon mit dem Anpflanzen begonnen. An vielen Stellen wächst jetzt bereits die zweite Generation in die Höhe. Geholt werden die Setzlinge als vierjährige Pflanzen mit einer Wuchshöhe von 30 Zentimetern aus der Baumschule Friedland, erzählt der Unternehmer: „Bei guter Pflege brauchen sie acht bis zehn Jahre für einen vernünftigen Wuchs.”

Die Prenzlauer Plantage befindet sich direkt hinter dem Betriebshof seines Sohnes, der hier einen Abschleppdienst nebst Autovermietung etabliert hat. Gemeinsam mit Junior Steffen Günther (40) bereitet sich Vater Fred Anfang Dezember auf den Ansturm der nächsten Wochen vor. „Mehr Bio geht nicht”, versichert der Invalidenrentener mit Verweis auf das absolute Giftspritzverbot auf seinem Land.

Vor-Ort-Auswahl

„Und frischer kann man sie auch nicht bekommen”, setzt der Familienvater hinzu: „Der Kunde darf vor Ort den Baum auswählen, der ihm gefällt. Wir schlagen ihn dann für ihn ab.” Was die Baumhöhen anbelangt, kann Fred Günther bereits mit vielen Varianten dienen: „Von einem Meter bis weit über vier Meter haben wir alles da.” Ein besonders schönes, großes Stück hat der Unternehmer bereits für die Kirche in Grünow reserviert. „Den Baum spendieren wir jedes Jahr.” Auch die Bertikower haben für ihr Gotteshaus schon Bedarf angemeldet. In Prenzlau läuft der Verkauf auch in der Woche. In Grünow wird am 3. und 4. Advent zum Baumschlagen mit Glühwein eingeladen.

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