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Polizist aus Rostock ist Läufer des Jahres

Tom Gröschel, hier beim EM-Marathon in Berlin, ist Läufer des Jahres 2018.
Tom Gröschel, hier beim EM-Marathon in Berlin, ist Läufer des Jahres 2018.
Thomas Krause

Tom Gröschel gehört zu den hoffnungsvollen Marathonläufern in Deutschland. Sein großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Er hat bei der Wahl prominente Namen hinter sich gelassen. Zum Beispiel 10.000-Meter-Europacup-Sieger Richard Ringer. Oder Arne Gabius, der derzeit Deutschlands bester Marathonläufer ist. Und das macht die ganze Sache noch schöner. Tom Gröschel ist zum Läufer des Jahres 2018 gekürt worden. Bei der Wahl des Internetportals laufen.de und des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) setzte sich der Sportler vom TC Fiko Rostock in der Kategorie Profiläufer mit 36 Prozent der Stimmen deutlich gegen Ringer (18,3) und Vorjahressieger Gabius (17,8) durch.

Der 27-Jährige war im April bei seinem Marathon-Debüt in Düsseldorf in 2:15:20 Stunden gleich zum Titel des Deutschen Meisters gerannt. Bei den Europameisterschaften in Berlin im August wurde der Rostocker trotz tropischer Temperaturen in 2:15:48 Elfter und war damit bester Deutscher.

Preis ist Motivation

„Ich freue mich sehr, dass ich nach einer gelungenen Saison auch auf diese Weise noch Lorbeeren ernte. Es war ja eine Publikumswahl und zeigt daher eine gewisse Wertschätzung, dass meine Leistungen auch medial angekommen sind”, sagt Gröschel und ergänzt, dass dieser Preis auch weitere Motivation für die kommende Saison sei.

Die neue Saison hat für den Rostocker vor gut drei Wochen begonnen. Nach dem erfolgreichen Auftritt bei der EM in Berlin hatte er sich erst einmal in den Urlaub verabschiedet. Danach musste Gröschel, der zur Sportfördergruppe der Polizei gehört, für zweieinhalb Monate Dienst in einer Hundertschaft in Mecklenburg-Vorpommern leisten und der war nicht ohne.

Im Polizeieinsatz bei einer AfD-Veranstaltung

Einige Einsätze seien schon brisant gewesen, erzählt der Sportler. Zum Beispiel beim Pokalspiel des FC Hansa Rostock gegen den Bundesligisten 1. FC Nürnberg, als Gäste-Fans für Ärger sorgten, oder bei einer AfD-Veranstaltung, in Rostock, als Gegendemonstranten auftraten. „Das macht nicht immer Spaß, aber laufen macht ja auch nicht immer Spaß", erzählt er mit einem Schmunzeln.

Jetzt gilt die volle Konzentration wieder ganz dem Sport. Die Planungen für das kommende Jahr seien noch nicht abgeschlossen. Vorgesehen seien im Frühjahr aber ein Marathon und ein Halbmarathon.

Wo Gröschel diese Rennen laufen wird, ist offen. „Wir haben erst einmal bis
Januar geplant, dort geht es ins Trainingslager nach Kenia“, erzählt der Fiko-Sportler. Die Leichtathletik-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in Katar hat er hingegen nicht so auf dem Schirm.

Bei den Damen siegte wieder Gesa Krause

Wegen der hohen Temperaturen soll der WM-Marathon dort um Mitternacht gelaufen werden. „Das macht wenig Sinn”, sagt Gröschel, der eher einen schnellen Herbst-Marathon in Deutschland im Blick hat. „Hier kann man sich eher mit einer guten Zeit für Tokio empfehlen”, so der Rostocker. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Japan ist das erklärte Ziel des Marathonläufers.

Läuferin des Jahres ist indes Gesa Felicitas Krause. Für die Sportlerin aus Trier war es bereits der vierte Sieg in Folge bei der Publikumswahl. Die 26-Jährige hatte bei der EM in Berlin den Titel über 3000 Meter-Hindernis in beeindruckender Manier in 9:19,80 Minuten gewonnen.

„Es bedeutet mir eine Menge, dass ich hier zum vierten Mal das Rennen gemacht habe”, so Krause zum DLV-Portal leichtathletik.de.

Hinter Krause, die 33 Prozent der Stimmen holte, platzierten sich die beiden Nachwuchshoffnungen Alina Reh (24 Prozent) und Konstanze Klosterhalfen (14).