LAUFSPORT

SCN-Trainer ist Favorit am Rennsteig

Mehr als 15.000 Ausdauersportler gehen am Samstag an den Start im Thüringer Wald. Ein Strasburger ist schon das 42. Mal dabei.
Thomas Krause Thomas Krause
Rolf Gürtler (kleines Bild, links) und Steffen Justus gehören zu den mehr als 15.000 Rennsteigläufern.
Rolf Gürtler (kleines Bild, links) und Steffen Justus gehören zu den mehr als 15.000 Rennsteigläufern. Stefan Thomas
Neubrandenburg.

Die wilden Rennsteig-Zeiten sind vorbei, mittlerweile lässt es Rolf Gürtler etwas ruhiger angehen. Was nichts daran ändert, dass der 68-Jährige immer noch richtig Bock hat auf diesen Lauf. Der Strasburger gehört zu den mehr als 15.000 Ausdauersportlern, die am kommenden Samstag in Thüringen beim legendären Rennsteiglauf an den Start gehen. Bei Europas größtem Crosslauf nimmt Gürtler zum 42. Mal in Folge den Supermarathon über 73,9 Kilometer in Angriff – eine unglaubliche Serie.

Er liebt diese Strecke von Eisenach über den Kamm des Rennsteigs nach Schmiedefeld, seit er sie 1978 das erste Mal lief. „Man genießt die Schönheit des Thüringer Waldes, trifft unterwegs viele Bekannte. Es ist einfach schön“, sagt er. Um schnelle Zeiten geht es Rolf Gürtler, dessen Bestzeit am Rennsteig seit 1998 bei bemerkenswerten 6:55,34 Stunden liegt, inzwischen nicht mehr. „Ich will gut ankommen, nicht nur auf die Zeit schauen”, sagt er.

Im Vorjahr erreichte der Strasburger nach 10:25,17 Stunden das Ziel in Schmiedefeld, in diesem Bereich möchte er auch am Samstag die 73,9 Kilometer laufen. Wenn Gürtler am Samstag die Hälfte des Supermarathons hinter sich gebracht hat, dürfte Steffen Justus wahrscheinlich schon das Ziel in Schmiedeberg erreicht haben. Der neue Triathlontrainer beim SC Neubrandenburg startet zum zweiten Mal über die legendären 73,9 Kilometer und gilt in diesem Jahr sogar als Mitfavorit.

Lehrgeld beim Rennsteig-Debüt

Der 36 Jahre alte ehemalige Weltklasse-Triathlet, der seit dem 1. Mai beim SCN arbeitet, gibt sich denn auch optimistisch. „Ich will schon ganz vorn mitlaufen”, sagt er. Im Vorjahr bei seinem Rennsteig-Debüt musste Justus viel Lehrgeld zahlen. Zur Hälfte lag er klar in Führung, hatte gut sechs Minuten Vorsprung auf den Verfolger Florian Neuschwander aus Frankfurt/Main, dann brach Justus völlig ein.

Am Ende gewann Neuschwander in 5:14,12 Stunden, Justus lief in 6:01,12 auf Platz zwölf. „Im vergangenen Jahr hat mir die Erfahrung gefehlt, um so eine lange Strecke zu laufen. Aber diese Erfahrung habe ich jetzt und deshalb bin ich auch optimistisch, vorne dabei sein zu können“, sagt er. „Flo” Neuschwander, ein Star in der Ultralaufszene, tritt bei der 47. Auflage am Samstag nicht an, als Favoriten gelten nun Steffen Justus und der Erfurter Marcel Bräutigam, der seine Premiere am Rennsteig feiert.

Rennsteiglauf mehr als ein Wettkampf

Der SCN-Trainer hat in den vergangenen Monaten indes viel trainiert, sein Wochenpensum lag zwischen 100 und 120 Kilometer. „Ich habe diesmal ein wenig strukturierter trainiert. Ich denke, dass ich gut vorbereitet bin“, sagt er. Der Rennsteiglauf, bei dem auch ein Marathon oder Halbmarathon gelaufen werden kann, ist für ihn aber mehr als ein Wettkampf. Es ist auch eine Art Familientreff. Justus, der aus Thüringen stammt, erzählt, dass viele aus seiner Familie entweder als Zuschauer an der Strecke stehen oder selbst mitrennen. Der Rennsteiglauf sei eine tolle Veranstaltung. „1993 habe ich dort das erste Mal an einem Kinderlauf teilgenommen”, erinnert er sich.

Am Samstagmorgen um 6 Uhr tritt Steffen Justus nun sogar als Mitfavorit an die Startlinie auf dem Eisenacher Marktplatz. „Ich habe richtig Lust“, sagt er.

zur Homepage
Unser Sommerhit: Nordkurier digital + gratis Tablet

Kommentare (1)

denn laufen hält gesund. Und der Rolf könnte dazu noch Begleitmusik machen, denn er spielt auch gut auf der Gitarre. Beste Grüße nach SBG...