LEICHTATHLETIK

SCN hofft auf den ersten richtigen Wettkampf

Das erste sportliche Kräftemessen der Werfer und Kugelstoßer hat Lust auf mehr gemacht. Aber lässt die Corona-Krise nun einen weiteren Schritt zu? Folgt der erste richtige Wettbewerb?
Kugelstoßer Tillmann Engelbrecht vom SCN gehörte zu den Startern beim Training unter Wettkampfbedingungen. Auch der
Kugelstoßer Tillmann Engelbrecht vom SCN gehörte zu den Startern beim Training unter Wettkampfbedingungen. Auch der 16-jährige Schützling von Trainer Gerald Bergmann würde gern wieder einen offiziellen Wettkampf bestreiten.Foto: Thomas Krause
Neubrandenburg.

Wird die Stadt Neubrandenburg Signalgeber sein für einen weiteren Schritt in Richtung Normalität im Sport? Signalgeber für ganz Deutschland? Das könnte durchaus sein. Am 24. Mai möchte der SC Neubrandenburg sein Nachwuchs-Meeting austragen – als ersten richtigen Wettkampf in der Coronakrise. In dieser Woche wollen die Verantwortlichen des Sportclubs einen Antrag im Rathaus einreichen. Stadtverwaltung und Gesundheitsamt müssen dann entscheiden, ob sich Leichtathleten in zwei Wochen im Wettbewerb messen könnten.

Dass die SCN-Macher einen sportlichen Vergleich trotz Pandemie ausrichten können, haben sie am Freitagabend beim von Stadt und Behörde genehmigten „Training unter Wettkampfbedingungen” bewiesen. Kugelstoßer und Diskuswerfer durften nach langer Zwangspause erstmals wieder halbwegs Wettkampfluft schnuppern.

Wenn Fußball-Bundesliga, dann auch die andere Sportarten

„Wir waren alle froh, dass Stadt und Ämter für uns entschieden haben. Und ich denke, alle haben gezeigt, dass so etwas auch möglich ist. Bei einem offiziellen Wettkampf würde jetzt nichts anders sein”, sagt SCN-Sportwartin Astrid Kumbernuss. Es sei Sportlern mittlerweile aber auch nur noch schwer zu erklären, dass die Fußball-Bundesliga – eine Vollkontaktsportart – spielen dürfe, andere Sportarten aber weiter darauf verzichten müssten, Wettkämpfe auszutragen.

„Wir tun alles dafür, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden und hoffen jetzt auf die Stadt und die Behörden”, sagt Astrid Kumbernuss. Ihr Schützling Claudine Vita, den sie gemeinsam mit Cheftrainer Dieter Kollark betreut, hat zu dem Thema eine klare Meinung. „Wenn die Bundesliga spielen kann, sehe ich keinen Grund, warum wir unseren Wettkampf nicht ausgetragen sollten”, so die Diskuswerferin.

Clubs aus Berlin, Halle und Potsdam zeigen Interesse

Im Club sei man sich aber klar darüber, dass das Nachwuchsmeeting am 24. Mai nur in abgespeckter Form stattfinden könnte: „Wir werden uns auf wenige Disziplinen konzentrieren.” Laufwettbewerbe würde es wegen der strengen Hygieneregeln wahrscheinlich nicht geben im Jahnstadion, der Fokus würde klar auf die Wurf- und Stoßdisziplinen gerichtet sein. „Und es wird kein großes Teilnehmerfeld sein, weil es ein reiner Einladungswettkampf ist”, sagt die SCN-Verantwortliche.

In der deutschen Leichtathletikszene ist das Interesse an dem Wettkampf im Neubrandenburger Jahnstadion inzwischen groß. Diskuswerferin Julia Harting vom SSC Berlin, die schon am Freitag dabei war, würde gern erneut in die Viertorestadt kommen. „Julia hat es genossen, mal wieder unter so etwas wie Wettkampfbedingungen werfen zu können”, sagt Astrid Kumbernuss. Aber auch bei Leichtathletik-Clubs aus Potsdam und Halle sei die Bereitschaft da, am 24. Mai in Neubrandenburg starten zu wollen. „Wir sind gerade in Gesprächen mit den Sportlern. Ihre Lust ist groß”, sagt die SCN-Sportwartin.

 

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