LAUFSPORT

Paris, Rom, Poznan – Marathons fallen aus

Das Coronavirus macht den Laufveranstaltern in Europa zu schaffen. Was ist mit den Läufen in der Region?
Der Berliner Halbmarathon am 5. April (hier im Vorjahr) steht auf der Kippe.
Der Berliner Halbmarathon am 5. April (hier im Vorjahr) steht auf der Kippe. Paul Zinken
Neubrandenburg.

Die Hotels sind bereits gebucht gewesen, die Freude war groß auf ein schönes Lauf-Wochenende in Poznan. Doch am späten Donnerstagabend bekamen die sechs Hobbyläufer aus Neubrandenburg per E-Mail mitgeteilt: Der am 5. April geplante Halbmarathon in der polnischen Großstadt wird wegen der Coronafälle abgesagt. Nach einer Krisensitzung im Rathaus am Donnerstag teilte Poznans Stadtpräsident Jacek Jaskowiak die Entscheidung mit.

Der Grund bestehe darin, das mögliche Risiko der Ausbreitung des Coronavirus zu minimieren, so Jaskowiak. Wann der Halbmarathon, der mit mehr als 10 000 Teilnehmern zu den größten Veranstaltungen in Europa gehört, nachgeholt wird, ist offen. Eine Möglichkeit sei, so heißt es, den Halbmarathon am 18. Oktober gemeinsam mit dem Poznan-Marathon auszutragen.

Paris soll im Oktober nachgeholt werden

Die Laufveranstaltung in Poznan ist derzeit nicht die einzige, die wegen der Ausbreitung der Covid-19-Epidemie abgesagt worden ist. Die traditionsreichen Marathons in Rom (29. März) und Paris (5. April) fallen ebenso aus. Der Marathon in der französischen Hauptstadt soll am 18. Oktober nachgeholt werden, teilte Veranstalter Amaury Sport Organisation (ASO) mit. Für den Paris-Marathon hatten etwa 60 000 Anmeldungen vorgelegen. Der Pariser Halbmarathon wurde bereits vom 1. März auf den 6. September verlegt.

Es dürfte wohl nur eine Frage der Zeit sein, wann die großen Frühjahrsrennen in Deutschland betroffen sind. Kleinere Veranstaltungen wie der Celler Wasa-Lauf (8. März) wurden schon auf Oktober verschoben. In der Bundeshauptstadt halten die Verantwortlichen vom SSC Berlin noch an der Austragung des 40. Berliner Halbmarathons fest. Zum Jubiläumslauf am 5. April werden 34 000 Ausdauersportler aus der ganzen Welt erwartet. Der Lauf ist seit Monaten ausverkauft, auch viele Sportler aus der Region sind gemeldet.

„Wir planen weiter mit der Veranstaltung”, sagte SCC-Geschäftsführer Jürgen Lock dem Berliner Tagesspiegel. Ansagen oder Richtlinien von der Politik gebe es noch nicht. Aber auch Loock weiß, dass der Halbmarathon auf der Kippe steht: „Wir müssen jetzt auch Notfallpläne erarbeiten.” Und was ist mit dem Hamburg-Marathon am 19. April? Momentan ist wohl nichts sicher.

Turbine-Chef macht sich Sorgen um Tollenseseelauf

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es derzeit keine Anzeichen, dass Läufe abgesagt werden. Am 14. März soll in Neubrandenburg der Frühlingslauf mit gut 400 Teilnehmern stattfinden. Beim Gastgeber SV Turbine geht man fest davon aus, dass das Rennen auch ausgetragen wird. „Läufe wie die in Paris, Poznan oder Berlin mit Startern aus aller Welt haben ganz andere Dimensionen”, sagt Jörg Knospe. Er denke, dass es „hier auf dem Land” in den nächsten Wochen keine Probleme geben werde.

Der Turbine-Chef macht sich da eher Sorgen um den Tollenseseelauf. Die 30. Auflage ist für den 20. Juni geplant, erwartet werden Läufer aus mehreren Ländern. „Wenn sich das Virus weiter ausbreitet, müssen wir auf alles gefasst sein”, sagte er.

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