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Fußball-WM

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Islands „Huh“ feiert seine WM-Premiere

Alfred Finnbogason feiert mit Island seine WM-Premiere.
Alfred Finnbogason feiert Island seine WM-Premiere.
Birgir Thor Hardarson

32 Mannschaften spielen bei der Fußball-WM in Russland um den Titel. Wir stellen alle Teilnehmer vor. Hier geht es um Island.

Durch ihr „Huh“ bei der EM vor zwei Jahren wurde Islands Team schon weltbekannt, nun gibt es den Schlachtruf beim WM-Debüt in Russland auch auf der größtmöglichen Bühne. Gleich im ersten Spiel der Gruppe F bekommen es die Nordeuropäer mit Argentinien zu tun. Kein Grund zur Panik, findet Alfred Finnbogason vom FC Augsburg. „Für uns ist es ein Vorteil: Wir haben nichts zu verlieren. Die Südamerikaner aber haben immer viel Druck. Da ist sicher was möglich“, sagte der Stürmer.

In den vergangenen beiden Jahren sei das Team unter Trainer Heimir Hallgrímsson zudem taktisch flexibler geworden. Aus Deutschland ist noch Rurik Gislason vom SV Sandhausen im Kader. Gegen Argentinien, Kroatien und Nigeria will Island nicht nur Sympathiepunkte sammeln. „Wir müssen die Euphorie suchen, die wir bei der EM hatten und dann Schritt für Schritt unser Spiel aufbauen“, sagte Finnbogason. „Wenn unsere besten Spieler fit werden, wenn wir unsere beste Mannschaft haben, dann können wir alle schlagen. Das ist unsere Mentalität.“

Hervorragende Jugendarbeit macht Hoffnung

Fraglich ist, auf welchem Level Gylfi Sigurdsson in Russland auflaufen kann. Er verletzte sich im März am Knie und konnte seither nicht mehr für den FC Everton spielen. Auch Finnbogason selbst hat nach seiner Wadenverletzung noch Rückstand. Der Erfolg der Isländer ist für viele keine Überraschung mehr, verfügt der Verband doch über eine ausgezeichnete und nachhaltige Jugendarbeit. Auch bei der erstmaligen WM-Teilnahme will das Team von Trainer Heimir Hallgrímsson den Erfolgslauf fortsetzten und wieder für Furore in der Fußballwelt sorgen.

Sollten die Inselkicker weiterhin so einen Lauf haben, hat die überall beliebte isländische Mannschaft realistische Chancen auf eine K-.o.-Runden-Teilnahme. Allerdings hat Island mit Argentinien, Kroatien und Nigeria eine ganz schwere Gruppe erwischt.

Breite im Kader die einzige Schwäche

„Wille, Kampfkraft und Geduld sind die Stärken unseres Teams“, meint der ehemalige Bundesliga-Torjäger Atli Edvaldsson (Dortmund, Düsseldorf, Uerdingen). Die drei Eigenschaften verbunden mit einer großen Laufbereitschaft und Zweikampfstärke machen die Nordländer für jede Mannschaft zu einem unangenehmen Gegner. Das größte Problem des WM-Neulings ist jedoch die Breite des Kaders. Verletzungen oder Sperren führen daher zumeist zu einen Qualitätsverlust.

Die Isländer lassen sich auch von Rückschlägen nicht entmutigen, dafür ist ihre „Wikinger-Mentalität“ viel zu ausgeprägt. Dennoch brauchen sie auch bei der WM Erfolgserlebnisse, die sie ähnlich wie der EM 2016 auf einer mentalen Woge durch das Turnier tragen lassen – mit den allseits beliebten „Huh“-Sprechchören und dem rhythmischen Klatschen der leidenschaftlichen Island-Fans.