FUßBALL

Hansa-Profi wundert sich über Hansa-Fans

Der Rostocker Nils Butzen schaut nach der mageren Leistung seiner Mannschaft gegen Großaspach schon auf die Partie am Freitag in Ingolstadt. Ein Vorfall bedrückt ihn aber.
Dirk Harten Dirk Harten
Nils Butzen bereitet sich mit dem FC Hansa auf das Spiel in Ingolstadt vor.
Nils Butzen bereitet sich mit dem FC Hansa auf das Spiel in Ingolstadt vor. Peter Krüger
Rostock.

Nach dem Torfestival zum Saisonauftakt gegen Viktoria Köln (3:3) haben die Drittliga-Fußballer des FC Hansa Rostock in den folgenden fünf Pflichtspielen nie mehr als ein Gegentor kassiert – allerdings auch nie weniger. Dass Hansa inzwischen schon viermal eine 0:1-Niederlage quittieren musste, ärgert auch Rechtsverteidiger Nils Butzen.

Dem Hansa-Neuzugang, der im Sommer vom Zweitliga-Absteiger 1. FC Magdeburg an die Küste kam, liegt vor allem das Gegentor bei der 0:1-Heimschlappe gegen Großaspach noch schwer im Magen: „Dass wir uns dieses Tor praktisch auch noch selbst reingeschossen haben, war besonders bitter.”

Großaspacher werden unterschätzt

Dass man seinem treuen Publikum einmal mehr zwei unterschiedliche Halbzeiten anbot, war auch für den gebürtigen Thüringer unerklärlich. „Als der Gegner nach der Pause das System umgestellt hatte, haben wir leider völlig den Faden verloren. Dabei hatten wir noch eine ordentliche erste Halbzeit gespielt, da hätten wir unsere Tore machen können.” Das unkontrollierte Anrennen in der Schlussphase war für ihn vor allem eine Kopfsache: „Es ist nicht so einfach, den Schalter noch einmal umzulegen.”

Obwohl nach dem Abpfiff auch die Mannschaft mit dem negativen Ergebnis haderte und sehr enttäuscht war, zeigte sich Nils Butzen von der Heftigkeit der Fanproteste überrascht: „Keiner ist zufrieden mit dem, was wir bisher erreicht haben. Aber die Reaktionen der Fans waren schon extrem. Sicherlich liegt das auch daran, dass die Erwartungshaltung hier sehr hoch ist. Und ich denke auch, dass die Leistungsstärke der Großaspacher von den Zuschauern immer wieder unterschätzt wird.”

Hansa ist mittlerweile sogar auf Rang 18 gefallen

Schon am kommenden Freitag steht für Hansa das nächste Drittliga-Spiel an, die Blicke sind nach vorn gerichtet. „Wichtig ist, dass wir nicht verkrampfen. Wir müssen die Arschbacken zusammenkneifen”, fordert der 26-Jährige vor dem Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt 04.

Der Zweitliga-Absteiger ist hervorragend in die neue Saison gestartet, gewann zuletzt gegen die Würzburger Kickers und beim KFC Uerdingen jeweils mit 3:0 und führt die Tabelle an. Der FC Hansa ist inzwischen durch den 2:1-Sieg des FC Bayern München II am Montag in Halle sogar auf Rang 18 zurückgefallen. Nicht nur Nils Butzen weiß: „Am Freitag in Ingolstadt sind wir nur Außenseiter.”

 

StadtLandKlassik - Konzert in Rostock

zur Homepage