WASSERSPORT NEUBRANDENBURG

Dank Youtube-Tricks geht es für Wakeboarderin zur EM

Die 16-jährige Maxime Ocasek aus Neubrandenburg ist Wassersportlerin. Eine sehr erfolgreiche sogar. So erfolgreich, dass sie zuletzt dem Trainer-Duo für die Nationalmannschaft auffiel. Diese überraschten die Gymnasiastin nun mit einer Einladung.
Maxime Ocasek trainiert täglich auf dem Reitbahnsee in Neubrandenburg.
Maxime Ocasek trainiert täglich auf dem Reitbahnsee in Neubrandenburg. Peter Krüger
Die Deutsche Vizemeisterin hat nun eine Wildcard für den Nationalkader bekommen.
Die Deutsche Vizemeisterin hat nun eine Wildcard für den Nationalkader bekommen. Peter Krüger
Neubrandenburg.

Strahlend blauer Himmel, die Temperaturen kratzen an der 30-Grad-Marke – ein perfekter Tag, um die Nähe des Wassers aufzusuchen. Genau das tut Maxime Ocasek auch. Doch die 16-Jährige tut es nicht der Abkühlung wegen, sondern um ihr mehrstündiges und zudem tägliches Training abzuspulen.

Maxime Ocasek ist Wakeboarderin, immerhin die Zweitbeste ihrer Altersklasse in ganz Deutschland. „Das Wakeboarden ist mein Leben“, lässt Ocasek wissen und trifft damit den Nagel auf den Kopf.

Denn die Gymnasiastin gleitet täglich bis zu vier Stunden mit dem Wakeboard über das Wasser, unter der Woche ausschließlich auf dem Neubrandenburger Reitbahnsee – an den Wochenenden und in den Ferien sind aber auch viele andere Anlagen in ganz Deutschland nicht vor ihr sicher. „Ich mag die Abwechslung und will eben auch andere Anlagen und deren Hindernisse kennenlernen.“

Wasserski wurde schnell zu langweilig

Angefangen hat alles Ende des vierten Schuljahres, als ihre Klasse eine Art Abschlussparty an der Wasserskianlage am Reitbahnsee feierte. „Wir sind dann alle auf die Wasserski – und schon war es um mich geschehen“, erinnert sich Ocasek. Ein paar Wochen später stieg sie aber auch schon auf das Wakeboard um. „Die Wasserski wurden mir schnell zu langweilig, ich habe einfach eine größere Herausforderung gesucht.“

Und beim Wakeboarden scheint sie diese auch gefunden zu haben. Vielleicht nicht gleich zu Beginn, als sie nur „ab und an auf dem Wasser zu finden war“, aber spätestens dann, als ein Kumpel sie auf die Idee brachte, auch mal an Wettkämpfen teilzunehmen.

Der erste fand im brandenburgischen Zossen statt, immerhin die Meisterschaft für Brandenburg und Berlin. „Ich war furchtbar nervös“ gibt Ocasek offen zu, „und bin gleich mal beim ersten Lauf ins Wasser gefallen“. Dann aber lief es besser und Ocasek wurde am Ende Zweite.

Tag für Tag ging es auf den Reitbahnsee

Zwei Monate später gewann sie sogar die Schleswig-Holstein-Meisterschaft und wurde zudem Deutsche Vizemeisterin (U15). Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren Motivation und Ehrgeiz nicht nur leere Worte für die Neubrandenburgerin, die es fortan direkt nach der Schule nur noch aufs Wasser zog – Tag für Tag.

Sie brachte sich immer weiter neue Tricks bei – und zwar ganz alleine. Die Art und Weise, wie sie es tat, ist jedoch erstaunlich. „Immer wenn ich vom Training nach Hause kam, habe ich mir stundenlang Videos auf Youtube und Instagram angeschaut.“

Dort fanden sich Tricks und Sprünge wieder, die die 16-Jährige dann auf dem Wasser umzusetzen versuchte. Manchmal dauerte es nur wenige Stunden, bis sie es drauf hatte, manchmal aber auch Jahre. „Für den Trick Raley zum Beispiel habe ich knapp zwei Jahre gebraucht, um ihn endlich zu stehen“, weiß Ocasek.

Eltern sind mächtig stolz auf ihre Tochter

Nun gehört er aber zum festen Repertoire von insgesamt 15 bis 16 Tricks, aus denen sie auswählen kann. Die Eltern jedenfalls unterstützen ihre Tochter, wo sie nur können und sind zudem mächtig stolz auf sie.

„Vor allem darauf, dass Maxi sich wirklich alles ganz alleine beigebracht hat, ohne Trainer und ohne fremde Hilfe“, so Mutter Ocasek. Einem Verein gehört sie nur auf dem Papier an, weil es ohne Vereinsnachweis eben auch keine Starterlaubnis bei Wettkämpfen gäbe.

Als sie vor wenigen Tagen sogar Deutsche Vizemeisterin in der Altersklasse U19 wurde, gab es dazu noch eine Riesenüberraschung. Maxime Ocasek bekam eine Wildcard für den Nationalkader – und darf nun am nächsten Wochenende zusammen mit der Wakeboard-Elite Deutschlands ein Trainingslager in Beckum abhalten.

„Ich war einfach nur baff, als ich davon erfuhr“, freut sich Ocasek noch heute, „damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“. Eine Woche darauf darf sie dann sogar bei der Europameisterschaft, ebenfalls in Beckum, an den Start gehen. Ein Traum für die junge Neubrandenburgerin.

Erster internationaler Wettkampf

„Mein erster internationaler Wettkampf und dann gleich in dieser Größenordnung“, so Ocasek voller Vorfreude. Ziele will sie sich erst mal gar keine setzen, „ich will es einfach nur genießen und ein paar Erfahrungen mit nach Hause nehmen“.

Und vielleicht geht ja eines Tages noch ein weiterer Traum in Erfüllung. „Natürlich wäre es schon schön, irgendwann tatsächlich mal Profi-Wakeboarderin zu werden“, träumt Maxime Ocasek, die regelmäßig Bilder und Videos von ihrem Sport und natürlich ihren Auftritten bei Instagram hochlädt und mittlerweile schon über2000 Follower zählt. Instagram – der Ort, an dem sie selbst das Wakeboarden erlernte.

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