AUF RÜGEN

Letzter Bauabschnitt der B96 freigegeben

Der Ausbau der Bundesstraße 96n von Stralsund nach Bergen auf Rügen ist beendet. Nach drei Jahren ist die Trasse zwischen Samtens-Ost und Bergen freigegeben.
dpa
Auf Rügen ist der Ausbau der Bundesstraße 96n von Stralsund nach Bergen beendet.
Auf Rügen ist der Ausbau der Bundesstraße 96n von Stralsund nach Bergen beendet. Stefan Sauer
Samtens.

Auf der Ferieninsel Rügen sollen Kraftfahrer jetzt zügiger vorankommen: Der Rügenzubringer von der Autobahn 20 bis nach Bergen ist nach 17 Jahren Bauzeit nun komplett. Am Dienstag wurde der letzte, sieben Kilometer lange Abschnitt von Samtens nach Bergen fristgemäß für den Verkehr freigegeben.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) durchschnitten bei Samtens das symbolische Absperrband. 20000 Fahrzeuge, im Sommer 26000, würden täglich die neue Straße nutzen, sagte Scheuer. "Das hätte die alte B96 nicht geschafft." Für die ersten Autofahrer war die neue Strecke jedoch erst am Abend frei. 

Der Rügenzubringer ist nach Scheuers Worten das größte Infrastrukturprojekt Rügens und die einzige Straßenverbindung vom Festland auf die Insel mit ihren zum Weltnaturerbe gehörenden Buchenwäldern und der Kreideküste. Die gesamte Strecke ist nach Scheuers Worten 54 Kilometer lang und kostete 489 Millionen Euro. 21 Kilometer der Trasse liegen auf Rügen selbst. Die Straße ist dreistreifig, mit einer wechselseitigen Überholspur.

Schnellstraße auf Rügen heftig umstritten

Die Kosten für den letzten Abschnitt, an dem drei Jahre gearbeitet wurde, liegen nach Angaben der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -baugesellschaft) bei 62,8 Millionen Euro. Zu Baubeginn war man noch von rund 56 Millionen ausgegangen. Die Kostensteigerung sei auf die allgemeine Baupreiserhöhung zurückzuführen, sagte Deges-Projektleiterin Nicole Ramm. Die Kosten trägt allein der Bund.

Ministerpräsidentin Schwesig sagte, mit der neuen B96 gehe es nicht nur um den Tourismus, sondern auch um die Anbindung des Hafens Sassnitz-Mukran, wo jährlich zwei Millionen Tonnen Getreide sowie aktuell Stahlrohre für Nord Stream 2 umgeschlagen würden. Zudem sei er eine Basis für den Offshore-Windpark "Arkona".

Die Schnellstraße ist auf Rügen heftig umstritten: Die einen begrüßen den flüssigeren Verkehr, andere beklagen größeren Lärm. Naturschützer protestierten jahrelang gegen das Abholzen alter Alleebäume für den Straßenbau. Der Eröffnung blieben sie aus Protest fern. Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs ADFC demonstrierten am Rande der Feier. "Muss erst etwas passieren?", stand auf einem Transparent.

1500 Alleebäume gepflanzt

Schwesig erklärte dagegen, es seien gemeinsame Lösungen gefunden worden. Für die gefällten Bäume seien neue gepflanzt worden, mit einer Wildbrücke sei auch an die Tiere gedacht worden. Auch Scheuer sagte: "Wo es ging, haben wir einen Ausgleich geschaffen." Laut Deges wurden 1500 Alleebäume gepflanzt. Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen erfolgten demnach auf rund 288 Hektar.

Mit Humor kommentierte Scheuer den leuchtend grünen Trennungsstreifen auf der neuen Strecke. Er habe mit Schwesig darüber gesprochen. "Wir wären bereit, ihn in Schwarz-Rot-Gold zu gestalten."

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