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Wer sich vor den Winterferien noch impfen lassen sollte

Der Impfschutz, der zu Hause genügt, reicht für viele Reisen nicht. Das gilt vor allem für tropische und subtropische Regionen. Eine Schutzmaßnahme ist fast immer sinnvoll. Diese Tropenkrankheiten sollten Reisende kennen:
dpa
In vielen tropischen Ländern, besonders in ländlichen Gegenden, besteht Tollwutgefahr.
In vielen tropischen Ländern, besonders in ländlichen Gegenden, besteht Tollwutgefahr. Andrea Warnecke
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Neubrandenburg.

REISEDURCHFALL

„Die häufigste Erkrankung auf Reisen ist die Reisediarrhö“, erklärt Prof. Frank Mockenhaupt vom Institut für Tropenmedizin an der Charité in Berlin. Der Durchfall kann durch verschiedene Erreger ausgelöst werden. In den meisten Fällen klingen die Beschwerden nach ein paar Tagen ohne Komplikationen ab. Sobald Symptome wie Blut im Stuhl, Fieber oder schwere Magen- und Darmkrämpfe auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. „Um eine Infektion mit den Erregern zu vermeiden, keine ungekochten oder ungeschälten Speisen verzehren, Wasser nur aus versiegelten Flaschen trinken und auf Eiswürfel verzichten“, lautet Mockenhaupts Empfehlung für unterwegs. Außerdem häufig und gründlich die Hände waschen.

HEPATITIS A

Das Hepatitis-A-Virus ist weltweit verbreitet. Nach Angaben des RKI lag der Anteil der „Reisehepatitis“ in den letzten Jahren bei etwa 40 bis 50 Prozent aller in Deutschland gemeldeten Fälle. Das Virus wird vor allem durch verunreinigte Speisen und Wasser übertragen. Das RKI empfiehlt für Reisen in Gebiete mit hoher Verbreitung von Hepatitis A eine vorherige Impfung. Das gilt nicht nur für tropische Regionen, sondern etwa auch für den Mittelmeerraum und Osteuropa.

MALARIA

Malaria ist gut behandelbar und heilbar, wenn sie rechtzeitig erkannt wird“, erklärt Mockenhaupt. Sie zählt zu den häufigsten und gefährlichsten Infektionskrankheiten. 956 Erkrankungen gab es laut RKI 2017 in Deutschland. Konsequenter Mückenschutz mit Sprays und Moskitonetzen beugt einer Ansteckung mit Malaria vor. Lange, helle und weite Kleidung schützt, am besten zusätzlich mit Mitteln besprühen, rät Mockenhaupt darüber hinaus. Für bestimmte Reiseländer kann in Absprache mit einem Tropenmediziner eine Malaria-Prophylaxe mit Tabletten sinnvoll sein. Eine zugelassene Impfung gegen Malaria gibt es nicht.

DENGUEFIEBER

Dengue wird durch tagaktive Mücken übertragen. Das Fieber ist vor allem in Südostasien, Afrika, Indien, Mittel- und Südamerika verbreitet. Nach dem Stich folgen 2 bis 10 Tage später Symptome, die oft mit einer Grippe verwechselt werden: hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen. Oft werden Urlauber noch vor Ort im Reiseland krank – dann ist der Gang zum Arzt empfohlen. Ein Spezialist für Tropenmedizin ist bei schweren Krankheitsverläufen ratsam. Da es keine Impfung gebe, sei der effektivste Schutz auch hier das Vorbeugen eines Mückenstichs durch lange Kleidung und Repellents, erläutert Elmar Elsner, Leiter der Gelbfieberimpfstelle des Bundeswehrkrankenhauses in Berlin.

TOLLWUT

„In vielen tropischen Ländern, besonders in ländlichen Gegenden, besteht auch weiterhin Tollwutgefahr“, warnt Elsner. Überträger sind vor allem Hunde. Bei Reisen in Tollwut-Endemiegebiete, insbesondere bei engem Kontakt zu Tieren, empfiehlt der Tropenmediziner vor der Reise eine Impfung. Unbehandelt verläuft die Krankheit tödlich. Nicht geimpfte Reisende sollten nach jedem Tierbiss in einem Tollwutgebiet sofort ein Krankenhaus aufsuchen.

JAPANISCHE ENZEPHALITIS

Auch die Japanische Enzephalitis (JE) wird durch den Stich bestimmter Mücken übertragen. Die Krankheit ist in Asien verbreitet. Ihre Folgen können gravierend sein – bis zu Bewusstseinstrübung, Krampfanfällen und Lähmungen. Ein schwerer Verlauf der Krankheit ist eher selten.

GELBFIEBER

Gelbfieber-Erkrankungen sind bei Reisenden vergleichsweise selten, da viele Länder mit Endemiegebieten für die Einreise eine Impfung vorschreiben. 2018 wurden nur drei Gelbfiebererkrankungen unter ungeimpften deutschen Brasilien-Reisenden bekannt, ein Patient starb. Nach einmaliger Gelbfieber-Impfung ist laut WHO von einem lebenslangen Schutz auszugehen. Allerdings sollte der Impfstoff nicht bei Immungeschwächten und Schwangeren angewendet werden.