Verwirrende Namen

Seelachs ist gar kein Lachs

Wo Lachs drauf steht, muss noch lange kein echter Lachs drin sein! Die Verbrauchzentrale MV warnt vor verwirrenden Etikettierungen.
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Die typische Farbe erhält der Lachsersatz durch den Zusatz von Farbstoffen.
Die typische Farbe erhält der Lachsersatz durch den Zusatz von Farbstoffen. © HLPhoto
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Rostock.

Im guten Glauben, Räucherlachs gekauft zu haben, kommen die Scheiben auf den heimischen Teller. Doch in Wahrheit steckt nur Lachsersatz in der Verpackung. Grund dafür sind die verwirrenden Bezeichnungen Seelachs oder Alaska-Seelachs, warnt die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. „Man kann hier aber nicht von vorsätzlicher Täuschung sprechen, denn die Hersteller drucken den Hinweis 'Lachsersatz' auf ihre Verpackungen”, sagt eine Sprecherin der Verbraucherzentrale MV. Generell gilt: Lachsersatz muss als solcher gekennzeichnet werden, und zwar unter dem Produktnamen.

Köhler und Pazifischer Pollack statt Lachs

Der Lachsersatz wird aus Köhler (Seelachs) oder Pazifischem Pollack (Alaska-Seelachs) hergestellt. Beide gehören zur Familie der Dorsche, sind grau- oder weißfleischig und haben mit echtem Lachs nichts zu tun, erklären die Verbraucherschützer. Die lachsartige Farbe erhalten sie durch den Zusatz von Farbstoffen.

Verwendete Farbstoffe für Kinder ungesund

Üblicherweise werden die Azofarbstoffe Gelborange S und Cochenillerot A verwendet, die die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen können. Darauf müsse auf der Verpackung hingewiesen werden, so die Ernährungsexperten. Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern rät: „Kinder sollten den Lachsersatz nur in kleinen Mengen zu sich nehmen.”

Wer sichergehen will, dass auf seinem Teller echter Lachs landet, der sollte sich beim Einkaufen Zeit nehmen, um die Beschriftungen der Verpackungen sorgfältig zu lesen, rät die Verbraucherzentrale.

Findige Ehefrau erfindet Lachsersatz

Die Idee zur Herstellung von Lachsersatz soll auf die Zeit des Ersten Weltkrieges zurückgehen. Aus Mangel an echtem Lachs habe die Ehefrau eines Lachs-Importeurs das Produkt erfunden.