STIFTUNG WARENTEST

Rahmenrisse und Feuergefahr bei E-Bikes

Elektrofahrräder boomen, doch was taugen sie? Die Stiftung Warentest hat zwölf Modelle unter die Lupe genommen. Nur ein Drittel ist „gut” – zwei Bikes fallen wegen Brandgefahr durch.
dpa
Die Stiftung Warentest hat E-Bikes getestet (Symbolbild).
Die Stiftung Warentest hat E-Bikes getestet (Symbolbild). Sebastian Rothe
Berlin.

Pedelecs werden immer beliebter. Doch bei manchen der umgangssprachlich oft E-Bikes genannten Fahrräder mit Elektromotor fährt die Gefahr mit. Allein der Preis oder der Markenname taugen als Qualitätskriterium dabei nur bedingt.

Das zeigt ein Vergleich der Stiftung Warentest von zwölf Pedelecs („test”-Ausgabe 6/20). Die Experten haben den Fokus auf komfortable Modelle mit tiefem Einstieg in der Preisspanne von 2150 bis 3500 Euro gelegt. Zwei Markenräder fallen mit „mangelhaft” durch, darunter eines der drei teuersten Modelle. Der Grund: Von den Steckergehäusen des Akkus respektive des Ladegerätes geht eine Brandgefahr aus.

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Die Tester fanden Risse und Schadstoffe

Vier Modelle zeigen nach dem Belastungstest Risse, etwa beim Rahmen, der Sattelstütze oder dem Steuerrohr. Außerdem fanden sich in drei Sätteln des Testfelds hohe Mengen des Weichmachers DPHP. Für diesen gebe es zwar noch keinen Grenzwert, doch zeigte er sich in Tierversuchen als gesundheitsschädlich.

Nur ein Drittel der E-Bikes bewerten die Experten mit „gut”, darunter der der Testsieger „KTM Macina Tour 510” für rund 2900 Euro (Note 1,7). Es fährt als einziges mit insgesamt sehr guten Fahreigenschaften vor. Ebenfalls „gut” sind das „Stevens E-Courier PT5” für rund 3000 Euro (2,3), das „Pegasus Premio Evo 10 Lite” für rund 3100 Euro (2,4) sowie das „Raleigh Kent 9” für rund 2800 Euro (2,4).

Das teuerste Modell ist nur „ausreichend”

Drei weitere Räder beenden den Test mit „befriedigend”. Drei Modelle, darunter sowohl das teuerste als auch das billigste, sind nur „ausreichend”, unter anderem, weil sich Risse zeigten oder sie schon bei wenig Gepäckzuladung und bei geringem Tempo sehr instabil fuhren.

Wie kraftvoll der beim Treten unterstützende E-Motor zupackt, lässt sich am Drehmoment ablesen, das in Newtonmetern (Nm) angegeben wird. In der höchsten von meist mehreren wählbaren Unterstützungsstufen bietet das Testfeld Werte von 50 bis 80 Nm. Wer beim Kauf auf gleichmäßig wählbare Stufen achtet, kann die Motorunterstützung nach individuellen Anforderungen präzise abrufen. Das bieten bis auf zwei alle Modelle im Test.

Gut dosierbare Motorleistung hilft beim Radeln

Viel Drehmoment heißt zwar viel Kraft, die aber auch zulasten des Akkus gehen kann. Wer also viel im Flachland fährt, bekommt bei gleichem Akku mit einem etwas schwächeren Antrieb vielleicht mehr Reichweite. Hügelige Strecken nimmt man dagegen bequemer mit mehr Drehmoment unter die Räder.

Aber Achtung: Kraftvolle Motoren mit viel Drehmoment können das Zweirad stark beschleunigen, das will geübt sein. Wer sich nicht so sicher auf dem Zweirad fühlt, wählt besser einen moderaten Antrieb, raten die Experten.

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