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Spende vom Leserhilfswerk

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Krebskranker Ex-Feuerwehrchef hat noch zwei Wünsche

Neben dem Scheck vom Leserhilfswerk sorgte auch noch eine große Auszeichnung vom Landesfeuerwehrverband für Freude bei den Schmidts in Klockow.
Neben dem Scheck vom Leserhilfswerk sorgte auch noch eine große Auszeichnung vom Landesfeuerwehrverband für Freude bei den Schmidts in Klockow.
Claudia Marsal

Hartmut Schmidt weiß nicht, wie lange er noch zu leben hat. Aber der 64-Jährige will noch zwei Dinge erleben. Das Leserhilfswerk hilft ihm dabei.

Kaum ein Schicksal hat die Uckermärker in den letzten Wochen so bewegt wie die Geschichte des schwerkranken Hartmut Schmidt. Seit die Ärzte 2014 bei ihm unheilbaren Knochenkrebs diagnostiziert hatten, war das Leben der gesamten Familie aus den Fugen geraten. An die Öffentlichkeit kam seine Odyssee, weil Tochter Jacqueline sich hilfesuchend an den Uckermark Kurier wandte. Die Mutter einer kleinen Tochter wollte dem Papa helfen, weil ihn zusätzlich zu seiner Krankheit ein weiterer Schicksalsschlag getroffen hatte.

Neuer Anschluss

Nach einem Wasserrohrbruch im Nachbarreihenhaus war nämlich aufgefallen, dass die Schmidts keinen eigenen Anschluss haben. Jahrzehntelang hatte der Versorger darin kein Problem gesehen. Jetzt musste auf die Schnelle ein neuer her. Aber die dafür veranschlagten 5000 Euro waren nicht da. Fast das gesamte Vermögen der Familie war bereits vom Krebs aufgefressen worden. „Sicher gibt es Zuzahlungen zu Hilfsmitteln, auch die meisten Behandlungen und Fahrten übernimmt die Kasse. Aber der 'kleine' Rest kann Betroffene schnell in den Ruin treiben”, so das Resümee der Tochter.

Welle der Hilfsbereitschaft

Nach dem Bericht des Uckermark Kurier brach eine Welle der Hilfsbereitschaft los. Der ehemalige Feuerwehrchef von Klockow kann noch immer kaum glauben, wie viel Unterstützung es gab. Wildfremde Menschen halfen dem 64-Jährigen mit Bargeldspenden. Aber auch zahlreiche Bekannte meldeten sich, allen voran seine Feuerwehrkameraden und ehemalige Arbeitskollegen. Letztere sind beispielsweise immer noch da, wenn er Hilfe an Haus und Hof braucht. Auch den Winterdienst wollen sie bei ihm wieder übernehmen, weil Ehefrau Karola ohnehin schon am Ende ihrer Kräfte ist.

Große Torte gebacken

Die 63-Jährige ließ es sich in dieser Woche trotzdem nicht nehmen, eine große Torte zu backen, als sie vom Leserhilfswerk des Nordkurier die frohe Botschaft einer weiteren Zuwendung bekam. 1500 Euro von Lesern der Heimatzeitung – „wir haben hier gesessen und vor Freude geheult.” Der neue Wasseranschluss ist mittlerweile gelegt.

Weitere Chemos

Hartmut Schmidt hat nun ein weiteres Etappenziel im Blick. Er will unbedingt noch seinen 40. Hochzeitstag erleben und mit einer Feier im Feuerwehrgerätehaus begehen. Dafür fährt er aktuell wieder zweimal die Woche zur Chemotherapie nach Greifswald. Das kostet Kraft, abends ist er dann völlig fertig. Weitere Operationen und Bestrahlungen liegen bereits hinter ihm, unter anderem die Entfernung des linken Auges, auf den der Tumor besonders gedrückt hatte. Ob er noch bis zur Einschulung seiner geliebten Enkelin durchhält, die im Sommer 2019 ansteht, vermag niemand zu sagen.

Der Kämpfer

„Aber ich habe bislang schon alle eines Besseren belehrt”, sagt Hartmut Schmidt zuversichtlich. „Auf Station nennen sie ihn schon den Kämpfer”, setzt seine Frau hinzu. Sie hofft an erster Stelle, dass vielleicht noch ein Wunder geschieht und ihr der Mann nicht so früh genommen wird.