CORONAVIRUS

Zahl der Intensivbetten seit 2012 gestiegen

Die Regierung stellt 55 Milliarden Euro zur Verfügung, um die Zahl der Intensivbetten zu erhöhen und Krankenhäuser in der Krise zu stützen. In MV gehen viele Kliniken leer aus.
Seit 2012 ist die Zahl der Intensivbetten in Deutschland kontinuierlich gestiegen.
Seit 2012 ist die Zahl der Intensivbetten in Deutschland kontinuierlich gestiegen. Roland Weihrauch
Berlin.

Die Zahl der Intensivbetten in Deutschland ist in den vergangenen Jahren um knapp 2000 gestiegen. Dies geht aus einer bisher unveröffentlichten Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten und MV-Landeschef Leif-Erik Holm hervor, die dem Nordkurier schriftlich vorliegt. Den Angaben zufolge standen im Jahr 2012 insgesamt 26.162 Intensivbetten zur Verfügung, im Jahr 2017 waren es 28.031 Betten. Im abgefragten Zeitraum erhöhte sich die Zahl der Betten jährlich. Momentan gibt es in Deutschland laut Deutscher Krankenhausgesellschaft 28.000 Intensivbetten auf rund 1200 Intensivstation, allerdings verfügen nur etwa 20.000 der Betten über eine Beatmungsmöglichkeit.

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Die Zahl der Intensivbetten soll laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nun verdoppelt werden. Deutschland ist auf die Coronakrise mit 82 Millionen Einwohnern und 28.000 Intensivbetten deutlich besser ausgerüstet als die meisten europäischen Nachbarn. Italien mit rund 60 Millionen Einwohnern hatte vor der Krise nach Behördenangaben 5000 Intensivbetten. Weitere wurden inzwischen geschaffen. Großbritannien mit 66 Millionen Einwohnern hatte nach Angaben des nationalen Gesundheitsdienstes 4100 Intensivbetten.

 

50000 Euro für jedes neue Intensivbett

Aus der Antwort des Ministeriums geht außerdem hervor, dass „für die Krankenhausplanung und somit auch für die Bereitstellung notwendiger Bettenkapazitäten die Länder im Rahmen ihrer Zuständigkeit verantwortlich sind”. Am Montag teilte die Bundesregierung mit, dass Krankenhäuser für jedes neu geschaffene Intensivbett einen Bonus von 50.000 Euro erhalten.

„Dass die Bundesregierung bei der Frage, wie die Zahl der Intensivbetten jetzt in kurzer Zeit deutlich erhöht werden kann, den Ländern den Schwarzen Peter zuschiebt, passt leider ganz in das Bild des zögerlichen Krisenmanagements der Regierung”, sagte der AfD-Bundestagsabgeordnete und MV-Landeschef Leif-Erik Holm dem Nordkurier. Zwar sei die Zahl der Intensivbetten in den letzten Jahren gestiegen, doch ginge dies mit dem Anstieg des Bevölkerungsanteils einher, der potenziell intensivmedizinische Behandlung ohnehin benötige.

Ausgleichmaßnahmen für Krankenhäuser

Neben der Steigerung der Intensivbettenkapazität sollen Krankenhäuser und Rehakliniken mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket gestützt werden. Dafür stellt die Bundesregierung nach Angaben von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) 55 Milliarden Euro zur Verfügung.

Krankenhäuser sollen einen finanziellen Ausgleich für verschobene planbare Operationen und Behandlungen erhalten, um mehr Patienten mit einer Coranavirus-Infektion behandeln zu können. Für jedes leere Krankenhaus-Bett, das dadurch im Zeitraum vom 16. März bis zum 30. September 2020 nicht belegt wird, gebe es eine Pauschale in Höhe von 560 Euro pro Tag, so Scholz.

MV soll Gesetzesentwurf nicht zustimmen

Nach Ansicht der Linken im Schweriner Landtag reicht dieser Verlustausgleich für medizinische Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern nicht aus. „Das Gesetzesvorhaben von Gesundheitsminister Jens Spahn wurde zwar nach massiver Kritik für die Krankenhäuser nachgebessert, die Reha-Kliniken aber sind immer noch nicht gesichert”, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion Torsten Koplin am Dienstag.

Lediglich die fünf Reha-Einrichtungen, die in Mecklenburg-Vorpommern für die Akutversorgung von Corona-Patienten vorbereitet würden, bekämen eine Ausgleichszahlung, alle anderen gingen leer aus. Laut Koplin gibt es in MV insgesamt 60 Reha-Kliniken, die wegen der Corona-Krise zum Großteil ihre Patienten und Kurgäste nach Hause schicken und schließen mussten. MV könne in der Länderkammer den Gesetzentwürfen der Bundesregierung nicht zustimmen, so lange nicht sichergestellt ist, dass die „pandemiebedingten Verluste und zusätzlichen Ausgaben der 37 Krankenhäuser und der 60 Reha-Kliniken im Land gedeckt werden”, so Koplin.

 

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