NACH POLIZEI-HASS-KOLUMNE

Umstrittene „taz”-Autorin braucht jetzt Hilfe der Polizei

Ihre Kolumne, in der sie Polizisten mit Müll vergleicht, regte ganz Deutschland auf. So sehr, dass die taz-Autorin jetzt Hilfe der Polizei benötigt.
Ihre Kolumne strotzte vor Hohn und Hass auf Polizisten – jetzt bat die Autorin die Beamten um Hilfe.
Ihre Kolumne strotzte vor Hohn und Hass auf Polizisten – jetzt bat die Autorin die Beamten um Hilfe. Boris Roessler, Soeren Stache, NK-Combo
Berlin.

Die taz-Autorin Hengameh Yaghoobifarah sorgte kürzlich wegen ihres polizeifeindlichen Textes für Schlagzeilen. Sie wünschte Polizisten auf die Müllhalde, unterstellte ihnen pauschal Gewaltbereitschaft und Nazi-Gesinnung. Die Reaktionen auf den Text fielen heftig aus, Bundesinnenminister Horst Seehofer wollte die Redakteurin anzeigen.

Autorin Yaghoobifarah „massiv eingeschüchtert”

Ironie des Schicksals: Wegen zahlreicher Anfeindungen sei jetzt die Polizei um Hilfe gebeten worden. Der Rechtsanwalt und die Chefredaktion der linken Tageszeitung hätten Kontakt zum Berliner Polizeipräsidium aufgenommen und um Hilfe für die nach eigener Angabe massiv eingeschüchterte Journalistin gebeten, berichtet der Focus unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die ebenfalls vom Focus aufegstellte Behauptung, dass die Autorin selbst das Hilfegesuch initiiert hat, wollte die Chefredaktion in einem anderen Bericht nicht bestätigen, es sei aber zutreffend, dass Justiziariat und Redaktionsleitung in dem Fall Kontakt zur Berliner Polizei aufgenommen haben. Yaghoobifarah widersprach der Darstellung, sie selbst habe die Gespräche mit der Polizei initiiert.

Unzählige bedrohliche Anrufe und Mails

Konkret soll die Berliner Polizei um ein Beratungs- und Sicherheitsgespräch gebeten worden sein. Bei der taz seien nach Erscheinen der Kolumne unzählige bedrohliche Telefonanrufe und E-Mails eingegangen. Einige Botschaften konnten laut Focus als direkte Gefährdung für das körperliche Wohl der Journalistin eingestuft werden. Nach Focus-Informationen werden sich Beamte des Polizei-Abschnitts 53 am Checkpoint Charlie, gleich in der Nähe der „taz“-Redaktion, jetzt um die Sicherheit der Redaktion kümmern.

Seehofer erstattet keine Anzeige

Die Kolumne „All cops are berufsunfähig”, die vor Hohn und Hass nur so strotzte, hatte auch in der Politik heftige Kritik ausgelöst. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte zunächst eine Anzeige gegen Yaghoobifarah erwogen. Nach Kritik an diesem Vorhaben ruderte er aber zurück.

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