BERGLEUTE GERETTET

Stunden des Bangens an Grube Teutschenthal

Mehrere Stunden harrten die Arbeiter in Teutschenthal nach einer Verpuffung unter Tage aus - dann glückte ihre Rettung. Damit endeten bange Stunde an dem alten Bergwerk.
dpa
Bergleute auf dem Zechengelände Teutschenthal am Freitagmittag: Die Erleichterung ist groß.
Bergleute auf dem Zechengelände Teutschenthal am Freitagmittag: Die Erleichterung ist groß. Holger John
Die Polizei rückte mit einem großen Aufgebot an.
Die Polizei rückte mit einem großen Aufgebot an. Holger John
Am Bergewerk herrscht üblicherweise nicht viel Betrieb – dort arbeiten nicht mehr viele Bergleute.
Am Bergewerk herrscht üblicherweise nicht viel Betrieb – dort arbeiten nicht mehr viele Bergleute. Holger John
Die Landschaft prägt auch die Region um Teutschenthal – Bergbau hat hier eine lange Tradition.
Die Landschaft prägt auch die Region um Teutschenthal – Bergbau hat hier eine lange Tradition. Holger John
Das Bergwerk in Teutschenthal
Das Bergwerk in Teutschenthal Sebastian Willnow
Teutschenthal.

Nach einer Verpuffung in der Bergbaugrube Teutschenthal in Sachsen-Anhalt sind rund 35 Arbeiter für Stunden in rund 700 Metern Tiefe eingeschlossen gewesen. Zwei von ihnen wurden bei dem Unglück am Freitag verletzt. Die Eingeschlossenen wurden wohlbehalten befreit, wie die Polizei mitteilte. Die Arbeiter hatten sich nach dem Unglück noch mehrere Stunden in Sicherungsräumen in der Grube aufgehalten und waren mit Sauerstoff versorgt, wie ein Sprecher des Landesbergamts in Halle/Saale sagte.

Explosives Gemisch in der Grube gebildet

Grund für die Verpuffung war nach ersten Erkenntnissen des Landesbergamtes ein explosives Gasgemisch gewesen, das sich in der Grube westlich von Halle gebildet hatte. Feuerwehr und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Nach der Rettung aller Bergleute sollte noch am Freitag die Suche nach der Unglücksursache anlaufen. Es sei Entwarnung gegeben worden. Nun würden Experten des Landesbergamts unter Tage fahren und mit Untersuchungen beginnen, sagte der Abteilungsleiter Bergbau, Uwe Schaar, in Halle. Die üblichen Arbeiten in der Grube würden so lange ruhen, bis die Ursache geklärt sei. Wie lange das dauern werde, könne er noch nicht sagen, so Schaar.

Schacht schon zu DDR-Zeiten stillgelegt

In der Grube Teutschenthal arbeiten nach Unternehmensangaben etwa 100 Menschen. Für die Anlage gebe es spezielle Sicherungs- und Rettungsszenarien, sagte Schaar.

In den vergangenen 15 Jahren wurde das zu DDR-Zeiten im Jahr 1982 stillgelegte Bergwerk umgebaut. Heute handelt es sich um ein sogenanntes Versatzbergwerk. Dort werden auf 14 Quadratkilometern Grundfläche mineralische Abfälle deponiert, um die Grube zu stabilisieren. Bis in die 1980er Jahre waren dort Kali und Steinsalze abgebaut worden.

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