KOMMENTAR

Rückzug aus dem Irak jetzt!

Deutschland will trotz der Spannungen nach dem tödlichen US-Angriff auf den iranischen General Ghassem Soleimani mit Soldaten im Irak präsent bleiben. Das ist falsch, meint Nordkurier-Autor Jörg Spreemann.
Aktuell sind etwa 120 deutsche Soldaten im Irak stationiert.
Aktuell sind etwa 120 deutsche Soldaten im Irak stationiert. Michael Kappeler
Teheran.

Gehen oder bleiben? Nach der tödlichen US-Attacke auf den iranischen Elite-General Soleimani in Bagdad verschärft sich die ohnehin brandgefährliche Sicherheitslage im Irak weiter. Mittendrin rund 120 Soldaten der Bundeswehr, deren Schulungsmission jetzt ausgesetzt wurde. Wozu oder für wen sollen die Soldaten jetzt ihren Kopf hinhalten, wenn sie ohnehin die Hände in den Schoß legen müssen?

Niemand weiß, wie sich jetzt die Eskalationsspirale in der Golfregion weiter dreht. US-Präsident Trump begleicht dort aggressiv seine offenen Rechnungen mit den iranischen Mullahs, ohne die Verbündeten einzubeziehen. Wenn es tatsächlich von Teheran befohlene Gegenschläge im Irak geben sollte, könnten schnell sämtliche ausländischen Truppen ins Visier der Milizen geraten. Das würde auch die Bundeswehr treffen.

Die Bundesregierung geht ein unkalkulierbar hohes Risiko ein, wenn sie die deutschen Soldaten nicht abzieht. Das heißt nicht, dass die Truppen sofort nach Deutschland geholt werden sollten. Das benachbarte Jordanien bietet sich als Ziel an, weil von dort aus ohnehin das deutsche Kontingent für den Anti-IS-Einsatz befehligt wird. Zugleich wäre ein solcher Teilrückzug auch ein klares Warnsignal an die irakische Regierung, die im Korruptionssumpf versinkt und bei Demonstrationen auf die eigenen Leute schießen lässt.

>>> Aktualisierung: MV-Soldaten fliegen doch nicht in den Irak.<<<

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Kommentare (2)

ZITAT: "Zugleich wäre ein solcher Teilrückzug auch ein klares Warnsignal an die irakische Regierung, die im Korruptionssumpf versinkt und bei Demonstrationen auf die eigenen Leute schießen lässt."
Was für ein Unsinn aus der Feder eines NK-Redakteurs. Deutschland soll berechtigt sein, Warnsignale auszusenden ? Wer im Glashaus sitzt, soll bekanntlich nicht mit Steinen werfen.
Wenn diese Umstände den Grund bilden dürfen, um eine Stationierung des Bundeswehrkontingents im Libanon vorzunehmen, müßte rings um das Bankenviertel in Frankfurt am Main eine Division der Bundeswehr stationiert sein, und das schon seit Jahren.
Unsere Polizei schießt noch nicht scharf auf Demonstranten, aber dass sie an Aggressivität zugelegt hat, wird wohl niemand bestreiten. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis ein libanesisches Militärkontingent in Deutschland stationiert wird.

die von mir verwendete Staatsbezeichnung Libanon. Selbstverständlich muss es Jordanien sein.