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G20-Krawalle

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Neue Fotofahndung nach 101 mutmaßlichen Gewalttätern

Den Verdächtigen werden schwere Straftaten wie gefährliche Körperverletzung, schwerer Landfriedensbruch oder Plünderung vorgeworfen.
Den Verdächtigen werden schwere Straftaten wie gefährliche Körperverletzung, schwerer Landfriedensbruch oder Plünderung vorgeworfen.
Axel Heimken

Nach den Ausschreitungen beim G20-Gipfel ermittelt die Polizei noch immer in mehr als 3000 Fällen. In gut 100 bittet sie nun erneut die Bevölkerung um Mithilfe.

Gut zehn Monate nach den schweren Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg haben Polizei und Staatsanwaltschaft Fotos von weiteren 101 mutmaßlichen G20-Gewalttätern ins Internet gestellt. Den Verdächtigen würden schwere Straftaten wie gefährliche Körperverletzung, schwerer Landfriedensbruch oder Plünderung vorgeworfen, sagte Staatsanwalt Michael Elsner am Mittwoch. „Wir reden hier nicht über Kleinigkeiten.” Polizeisprecher Timo Zill bat die Bevölkerung um Mithilfe bei der Identifizierung der Gesuchten.

+++ Hier finden Sie die Fahndungsfotos +++

Die erste Öffentlichkeitsfahndung, die am 18. Dezember vergangenen Jahres gestartet worden war, sei sehr erfolgreich gewesen. 35 der 107 gesuchten Verdächtigen – knapp 33 Prozent – seien identifiziert worden. Bei normalen Fahndungen dieser Art liege die Erfolgsquote bei fünf bis zehn Prozent, erklärte Zill. Bereits am ersten Tag nach Veröffentlichung sei 2,5 Millionen Mal auf die Internetseite zugegriffen worden, insgeamt seien es inzwischen 3,8 Millionen Klicks. Es seien mehr als 300 sachdienliche Hinweise eingegangen.

Insgesamt gibt es 733 Beschuldigte

Während des Treffens der G20-Staaten im Juli 2017 war Hamburg von schweren Ausschreitungen erschüttert worden. Tausende Gipfelgegner griffen Polizisten an, setzten Autos in Brand und plünderten Geschäfte. Die Soko „Schwarzer Block”, an der auch Beamte aus anderen Bundesländern und der Bundespolizei beteiligt sind, bearbeitet derzeit 3200 Ermittlungsverfahren. Insgesamt gebe es 733 Beschuldigte, von denen 140 Ausländer seien. 91 Fotos seien an die Behörden anderer EU-Länder weitergegeben worden. Die dort laufende polizeiinterne Fahndung habe bereits erste Hinweise erbracht.

Zur Verfügung stünden der Soko sieben Terabyte an Videodateien, sowie weitere zehn Terabyte aus externen Quellen, sagte Zill. 5900 relevante Dateien habe die Polizei über ihr Hinweisportal bekommen, 450.000 Stunden Videoaufnahmen von der Hamburger Hochbahn. Seit März setzten die Ermittler auch eine Gesichtserkennungssoftware als Hilfsmittel ein. In rund 100 Fällen sei es dadurch gelungen, konkreten Personen weitere Straftaten zuzuordnen.

Von den 35 durch die erste Fotofahndung identifizierten Beschuldigten seien inzwischen zwei angeklagt worden, in einem Fall sei ein Strafbefehl erlassen worden, sagte Elsner. In den übrigen Fällen dauerten die Ermittlungen an.