UNGEWÖHNLICH HOHE GEHÄLTER

Neue Awo-Affäre erschüttert die Wohlfahrt

Mit 450 PS unterwegs für die Gemeinnützigkeit? Der „Selbstbedienungsladen“ Awo Frankfurt/Main toppt sogar noch die Awo-Affäre in Mecklenburg-Vorpommern.
Andreas Becker Andreas Becker
Nach Berichten über ungewöhnlich hohe Gehälter für Funktionäre der Awo Frankfurt/Main wächst der
Nach Berichten über ungewöhnlich hohe Gehälter für Funktionäre der Awo Frankfurt/Main wächst der Druck auf die Organisation. Frank Rumpenhorst
Vergeht ihm bald das Lachen? Peter Feldmann.
Vergeht ihm bald das Lachen? Peter Feldmann. Christoph Boeckheler
Frankfurt (Main).

Während in Mecklenburg-Vorpommern Verantwortliche in Politik und Ministerien seit Jahren teilweise krampfhaft versuchen, die Awo-Affäre zu deckeln, macht die Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) in Frankfurt/Main jetzt reinen Tisch: Nach zahlreichen Medienberichten über ungewöhnlich hohe Gehälter für Awo-Funktionäre hat sie angeordnet, einen Teil der Zuschüsse an den Kreisverband einzubehalten. Dabei geht es um mehrere Hunderttausend Euro. Es handele sich um die Verwaltungspauschale, die pauschal mit zehn Prozent der Personalkosten und einem Sockelbetrag veranschlagt werde, so eine Sprecherin des Sozialdezernats. „Diese Verwaltungspauschale behalten wir jetzt ein; wir zweifeln daran, dass die städtischen Mittel den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit entsprechend verwendet werden und wollen Einblick in die Unterlagen der Awo.“

Sowohl der Frankfurter Awo-Kreisverband als auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) stehen seit Tagen in der Kritik. Hintergrund sind Veröffentlichungen über Gehaltszahlungen an bestimmte Mitarbeiter. So soll Feldmanns damalige Lebensgefährtin und heutige Ehefrau als Leiterin einer Awo-Kindertagesstätte einen Dienstwagen und ein Gehalt bezogen haben, das deutlich über dem von Kollegen in vergleichbaren Positionen lag. Feldmann selbst war vor seiner Zeit als OB bei der Awo tätig gewesen.

Damit nicht genug – der „Selbstbedienungsladen“, so nennen Politiker von Frankfurter CDU und Grünen den Awo-Kreisverband, produziert noch andere Schlagzeilen: Dazu gehört unter anderem ein 80.000-Euro-Audi mit 450 PS für Jasmin Kasperkowitz, die stellvertretende Awo-Geschäftsführerin. Dem Awo-Kita-Abteilungsleiter Klaus Erich Roth stellt die Awo einen Mercedes AMG mit 306 PS und rund 55.000 Euro Listenpreis. Roth ist gleichzeitig Geschäftsführer der Awo Protect. Das Tochterunternehmen des Sozialverbands hatte der Stadt Frankfurt sieben Millionen Euro für die Bewachung zweier Flüchtlingsheime in Frankfurt berechnet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Zusammenhang wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs gegen nicht näher benannte Awo-Verantwortliche.

Der unter Druck geratene Oberbürgermeister Feldmann hatte nach tagelangem Schweigen in einer schriftlichen Stellungnahme erklärt, er kümmerte sich nicht darum, was seine Frau bei seinem früheren Arbeitgeber Awo verdiente oder ob sie einen Dienstwagen hatte. Der Awo-Bundesverband zeigte sich entsetzt über die neue Awo-Affäre und forderte – wie in MV – vollständige Aufklärung. Mit Erfolg?

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