Russland, China und Nato

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Mächtige Militärs machen mobil

Das vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums am 11.09.2018 verbreitete Foto zeigt einen russischen Soldaten, der ein Gebiet bewacht.
Das vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums am 11.09.2018 verbreitete Foto zeigt einen russischen Soldaten, der ein Gebiet bewacht.
Defense Ministry Press Service

Russische und Chinesische Soldaten sind zu einem Manöver ausgerückt, dass es in dieser Größenordnung seit dem Kalten Krieg nicht mehr gegeben hat. Auch die Nato bereitet eine Übung mit historischem Ausmaß vor.

Die mächtigsten Armeen dieser Welt machen mobil. Seit dem Ende des Kalten Krieges waren nicht mehr so viel Soldaten einsatzbereit, ist so viel Material mobilisiert worden: In Russland sind 300.000 Soldaten, tausende Panzer und Flugzeuge zu dem Manöver Wostok 2018 ausgerückt.

 

 

Bei der Übung in Sibirien und im Fernen Osten Russlands sind auch Soldaten aus China beteiligt. Etwa 3000 chinesische Soldaten mit 30 Flugzeugen werden auf dem Schießplatz Zugol östlich des Baikalsees mit den Russen üben. Auch die benachbarte Mongolei ist beteiligt. Bereits im Juli 2017 hatten Teile der chinesischen Marine auf Einladung Russlands an einer Marine-Übung auf der Ostsee teilgenommen.

 

 

Etwa 40 000 Nato-Soldaten bereiten sich zeitgleich auf eine Übung in Norwegen vor. „Trident Juncture” gilt auf Seiten des westlichen Militär-Bündnisses ebenfalls als das größte Militär-Manöver seit Ende des Kalten Kriegs. Bei dem Einsatz ab dem 25. Oktober wird die Bundeswehr mit etwa 8000 Uniformierten den größten Truppenteil stellen.

Darunter befinden sich auch etwa 150 Soldaten der Panzergrenadierbrigade 41 mit Stabssitz in Neubrandenburg. Die Flugabwehrraketengruppe 21 aus Sanitz bei Rostock sowie die Flugabwehrraketengruppe 24 aus Bad Sülze sind ebenfalls beteiligt. Ab 2019 werden die deutschen Soldaten als sogenannte Speerspitze der Nato eingesetzt. Mit dem Großmanöver in Norwegen soll diese schnelle Eingreiftruppe ihre Kampfbereitschaft unter Beweis stellen.

Das russische Manöver Wostok läuft offiziell vom 11. bis zum 15. September und finde statt in Übereinstimmung „mit unserer Militärdoktrin, die auf Verteidigung ausgerichtet ist”, sagte Generalstabschef Waleri Gerassimow am Donnerstag in Moskau. Der Einsatz sei nicht gegen andere Länder gerichtet.

 

 

Zunächst war in der Berichterstattung von 36.000 Panzern die Rede, die bei dem Manöver zum Einsatz kommen sollen. Mit einem Tweet zu Manöver-Beginn präzisierte das russische Verteidigungsministerium diese Zahl: Demnach setzt sich die Zahl nicht nur aus Panzern, sondern auch aus bewaffneten Personentransportern – sogenannten Kampf-Taxis – und anderen Fahrzeugen zusammen.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind bei dem Manöver auch 91 Beobachter, unter anderem von der Nato und der Europäischen Union vor Ort. Gerassimow zufolge ist das jetzt geplante Manöver größer als die letzte vergleichbare sowjetische Übung Sapad 1981 noch zu Zeiten des Kalten Krieges.