Bis März 2020
Lidl will 400 Ladesäulen bundesweit bauen

Lidl plant, innerhalb eines Jahres rund 400 Filialen mit Ladesäulen für Elektrofahrzeuge auszustatten.
Lidl plant, innerhalb eines Jahres rund 400 Filialen mit Ladesäulen für Elektrofahrzeuge auszustatten.
Lidl

So richtig kommt E-Mobilität nicht in Fahrt. Lidl will Kunden die Sorgen vor einem löchrigen Ladesäulen-Netz nehmen. MV würde besonders davon profitieren.

Die Bundesregierung will immer mehr Menschen dazu bewegen, sich E-Autos zu kaufen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, wird „ernsthaft erwogen”, die staatliche Prämie für den Kauf solcher Fahrzeuge über den Sommer hinaus zu verlängern. Im Topf für den sogenannten Umweltbonus liegen insgesamt 600 Millionen Euro an Bundesmitteln. Bisher seien aber erst 134 Millionen Euro ausgezahlt worden, hieß es. Rund 100.000 Anträge gingen bisher ein.

Das Problem daran: Das Ladesäulennetz ist in Deutschland vielerorts noch nicht flächendeckend ausgebaut. Lidl will der Bundesregierung dabei kräftig unter die Arme greifen. Bis März 2020 will der Discounter 400 Ladesäulen bundesweit auf seinen Parkplätzen bauen. Maximal 50 Kilometer Distanz sollen zwischen den jeweiligen Stationen liegen, teilte das Unternehmen mit.

„Um die Mobilitätswende in Deutschland voranzubringen, müssen wir den Menschen die Sorge vor einer begrenzten Reichweite nehmen. Daher ist der flächendeckende Ausbau unserer Ladeinfrastruktur ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Elektrofahrzeugen und eine Investition in die Mobilität von morgen“, erklärt Wolf Tiedemann, Geschäftsleiter Zentrale Dienste bei Lidl Deutschland. 30 Ladesäulen habe das Unternehmen bereits, 20 seien im Bau an verschiedenen Filialen. Und ab sofort werde jede neue Filiale mit Ladesäulen gebaut, hieß es weiter.

Lückenhaftes Ladenetz in MV und Brandenburg

Uneigennützig ist der Lidl-Vorstoß natürlich nicht, schließlich ist das geplante Netz für Kunden gedacht. Aber in Flächenländern wie Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg dürfte es die Sorgen vor einer lückenhaften Abdeckung von Ladesäulen reduzieren. Besonders MV braucht hierbei Starthilfe. Laut der Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur gibt es in MV aktuell nur 96 solcher Stationen, in Brandenburg sind es 117. Zum Vergleich: Das kleinere Bundesland Rheinland-Pfalz hat 373.

Die Bundesregierung hatte ursprünglich das Ziel ausgegeben, dass bis 2020 eine Million E-Autos auf deutschen Straßen fahren – davon hat sie sich aber längst verabschiedet. Die Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Hybridantrieb erhöhten sich 2018 nach Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes um mehr als die Hälfte auf rund 130.000, bei reinen Elektro-Autos stand ein Plus von fast 44 Prozent auf 36.000 – bei insgesamt 3,44 Millionen Neuwagen.

Ob die mögliche Verlängerung der Prämie sinnvoll ist, ist umstritten. FDP-Bunestagsfraktionsvize Michael Theurer sagte vor Kurzem, eine Verlängerung von „Subventionsgeschenken für Autohersteller” sei keine Lösung. „Die Bundesregierung verteilt weiter das Geld der Steuerzahler mit der Gießkanne. Besser wäre, wenn sie sich auf die Kernaufgaben des Staates konzentriert – insbesondere die Infrastruktur.”