Plan des Gesundheitsministers

Krankenkassen sollen Fettabsaugung bezahlen

Die Kassen zahlen derzeit konventionelle Behandlungen zur Reduktion des Körperfetts. Gesundheitsminister Jens Spahn will das Angebot erweitern.
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Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, will in seinem Ressort über die Zahlung von Fettabsaugungen entscheiden können.
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, will in seinem Ressort über die Zahlung von Fettabsaugungen entscheiden können. Kay Nietfeld
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Berlin.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plant laut einem Bericht der Zeitung FAZ, die Leistung zur Fettabsaugung zu erweitern. Bisher zahlen Krankenkassen die Absaugung von sogenannten „Reiterhosen”, also von Fettablagerungen an Hüften und Oberschenkeln. Spahn geht das dem FAZ-Bericht zufolge nicht weit genug. „Bis zu drei Millionen Frauen mit krankhaften Fettverteilungsstörungen leiden täglich darunter, dass die Krankenkassen ihre Therapie nach einem Gerichtsurteil nicht bezahlen“, sagte Spahn. Ihnen wolle er schnell und unbürokratisch helfen.

Seine Idee: Er will nicht auf die Selbstverwaltung der Ärzte-, Krankenhäuser und Krankenkassen warten, die entscheide, welche Therapie bei der Absaugung von Körperfett erstattet wird und welche nicht. Spahn will daher mit einem Ergänzungsantrag sein Ministerium grundsätzlich ermächtigen, allein darüber zu entscheiden, welche Untersuchungs- und Behandlungsmethoden die Kassen zahlen müssen, heißt es in dem Bericht. So könnten auch Methoden abgerechnet werden, die die Selbstverwaltung bislang wegen des diagnostischen oder therapeutischen Nutzens abgelehnt hätte.

Spahn will dem Bericht zufolge in seinem Ressort eigene Sachverständigengutachten in Auftrag geben können und für die Bearbeitung von solchen Fällen die Expertise medizinischer Fachgesellschaften einbeziehen.