KOMMENTAR

Generalverdacht für die eigene „gute Sache“

Kein Instrumentalisieren, kein Pauschalisieren und auf keinen Fall jetzt einen Generalverdacht! Das meint unser Autor Jürgen Mladek nach dem schrecklichen Unglück in Berlin.
Jürgen Mladek Jürgen Mladek
Ein Teilnehmer der Mahnwache, bei der der Verkehrstoten gedacht wird, stehen mit einem Schild mit der Aufschrift „SUV t&
Ein Teilnehmer der Mahnwache, bei der der Verkehrstoten gedacht wird, stehen mit einem Schild mit der Aufschrift „SUV töten Kinder, Mütter, Väter, das Klima” an der Stelle, an der am Freitag (06.09.2019) vier Menschen bei einem Verkehrsunfall gestorben waren. Paul Zinken
Berlin.

Bloß kein Generalverdacht! Und bitte nicht pauschalisieren. Und erst recht nicht dieses schreckliche Geschehen instrumentalisieren! Wie oft hat man diese Phrasen in Deutschland in den letzten Jahren schon gehört, und ja, das ist natürlich generell auch richtig. Denn kein Mensch würde von sich selbst sagen, dass er jetzt einfach mal schnell pauschalisieren und instrumentalisieren oder nach Feierabend ganz gerne Generalverdächtigungen konstruieren möchte. Aber es klingt halt einfach so gut und macht einen gleich moralisch überlegen, wenn man sich selbst auf die Seite der Differenzierten stellt und anderen dumpfe Verallgemeinerung unterstellt. Dass nun ausgerechnet aus den Reihen derer, die sich immer besonders verantwortungsbewusst und fortgeschritten geben, pauschal und reflexhaft auf einen bestimmten Fahrzeugtyp eingedroschen wird, als sei der für den Untergang des Abendlandes verantwortlich, überrascht nur diejenigen, die sich nicht mit den Methoden auskennen, mit denen gerade Organisationen wie die Deutsche Umwelthilfe Lobbyismus betreiben. Zu einer erfolgreichen Kampagne gehören für diese Leute einfach Feindbilder und Kampfbegriffe, und deshalb wird der SUV zur „Mordmaschine“, obwohl man mit einem Tesla Model S mit 539 PS auch sehr effektiv Fußgänger töten könnte. Aber es geht nicht um Menschen. Sondern um Politik.

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