IMPFEN

Deutschland gibt 600 Millionen Euro für Impfprogramme

600 Millionen verspricht Deutschland für internationale Impfprogramme. Kinder in den ärmsten Ländern der Welt sollen gegen Krankheiten wie Polio, Typhus und Masern geschützt werden.
dpa
Deutschland hat sich mit 600 Millionen an internationalen Impfprogrammen beteiligt.
Deutschland hat sich mit 600 Millionen an internationalen Impfprogrammen beteiligt. Julian Stratenschulte
Berlin.

Die Bundesregierung wird die internationale Impf-Allianz Gavi auch in den nächsten fünf Jahren mit Mitteln in Höhe von 600 Millionen Euro unterstützen. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag per Videobotschaft bei einer online übertragenen globalen Geberkonferenz. Zudem habe Deutschland bereits Investitionen von 100 Millionen Euro zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie zugesagt. Sobald ein Impfstoff verfügbar sei, müssten die Voraussetzungen geschaffen sein, eine globale Impfkampagne zu starten, so Merkel.

300 Millionen Kinder sollen weltweit geimpft werden

Im Kampf gegen Infektionskrankheiten sind bei der internationalen Geberkonferenz umgerechnet rund 7,8 Milliarden Euro für die globale Impf-Allianz Gavi zugesagt worden. Die Erwartungen wurden damit um mehr als eine Milliarde übertroffen. Mithilfe des Geldes sollen innerhalb der kommenden fünf Jahre 300 Millionen Kinder gegen Krankheiten wie Polio, Typhus und Masern geimpft werden.

Gastgeber Großbritannien ist nach Angaben von Premierminister Boris Johnson mit einer Zusage von 1,65 Milliarden Pfund (rund 1,85 Milliarden Euro) größter Gavi-Geldgeber. Von privater Seite sagte Microsoft-Gründer Bill Gates umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro durch die Bill and Melinda Gates Stiftung zu. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte 300 Millionen Euro zu. „Impfungen sind ein universelles Menschenrecht”, sagte die Kommissionschefin ebenfalls per Videobotschaft.

Frankreich spendet 500 Millionen Euro und 100 Millionen bei Corona-Impfstoff

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte in einer Videobotschaft an, den französischen Beitrag auf 500 Millionen Euro zu verdoppeln und 100 Millionen Euro zusätzlich bereitzustellen, sobald ein Impfstoff gegen Covid-19 verfügbar ist.

Einig waren sich die Teilnehmer der Konferenz darin, dass Impfstoffe für alle Menschen zugänglich sein müssen. „Einsatzbereite Impfstoffe müssen in aller Welt bezahlbar, verfügbar und frei zugänglich sein“, forderte die Bundeskanzlerin. Das bekräftigte auch von der Leyen: „Es sollte keine Rolle spielen, wo man geboren ist oder wie wohlhabend die eigene Familie ist. Das Recht auf Impfung ist universell“, sagte die EU-Kommissionschefin.

Globale Impfkampagne geplant

Durch die Coronavirus-Pandemie drohe die Ausbreitung anderer Infektionskrankheiten ebenfalls wieder zuzunehmen, warnte Merkel. Deutschland habe zur Eindämmung von Covid-19 bereits Investitionen von 100 Millionen Euro zugesagt. Sobald ein Impfstoff verfügbar sei, müssten die Voraussetzungen geschaffen sein, eine globale Impfkampagne zu starten, fuhr die Kanzlerin fort. Dafür sei es wichtig, Gesundheitsakteure wie Gavi zu stärken.

Angesichts der Suche nach einem Corona-Impfstoff sagte Johnson, Länder, Pharmaunternehmen und internationale Partner wie die Weltgesundheitsorganisation WHO müssten dabei in einem noch nie da gewesenen Maße miteinander kooperieren. Man müsse Gavi dazu nutzen, künftige Impfstoffe für alle Menschen auf der Welt bezahlbar und verfügbar zu machen.

Ziel: Mehr Kinder impfen

Die in Genf ansässige Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (Gavi) war im Jahr 2000 gegründet worden und hat seitdem dabei geholfen, mehr als 760 Millionen Kinder in den ärmsten Ländern der Erde zu impfen. Ziel des Bündnisses aus öffentlichen und privaten Geldgebern ist es, mehr Kinder zu impfen und so vor lebensbedrohlichen Krankheiten zu schützen.

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