Terrorverdacht

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Deutscher Sozialarbeiter in der Türkei festgenommen

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland werden durch die neuerliche Festnahme belastet.
Die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland werden durch die neuerliche Festnahme belastet.
Christian Charisius

Er besuchte seine kranke Mutter in Istanbul. Dann kam die Poizei. Der Vorwurf: Der Sozialarbeiter aus Köln soll Mitglied einer Terrorgruppe sein.

Wie das Nachrichtenmagazin „Spiegel” am Dienstagmorgen berichtete, war der Mann Anfang April in die Türkei geflogen. Am frühen Morgen des vergangenen Freitags stürmten bewaffnete Polizisten die Wohnung und nahmen den Sozialarbeiter fest. Der Vorwurf: Der 33-jährige Adil Dermici soll Mitglied der Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei sein, die von der Türkei als Terrororganisition eingestuft wird.

Demirci hat laut „Spiegel“ als „Berater für einen Verein in Nordrhein-Westfalen“ gearbeitet, der sich um Migranten kümmere. Nebenbei habe er aber auch für die linke Nachrichtenagentur Etha geschrieben.

Das Auswärtige Amt in Berlin habe laut „Spiegel” in einer ersten Stellungnahme mitgeteilt, mit der Familie in Kontakt zu sein, aber nicht zu wissen, ob die Festnahme politisch motiviert gewesen sei. Demirci besitzt demnach einen deutschen und einen türkischen Pass.