Unsere Themenseiten

Zwei tote Tiere

:

Afrikanische Schweinepest erreicht Belgien

Die toten Wildschweine wurden in Belgien nahe dem Dreiländereck zu Luxemburg und Frankreich gefunden.
Die toten Wildschweine wurden in Belgien nahe dem Dreiländereck zu Luxemburg und Frankreich gefunden.
Ralf Hirschberger

Die afrikanische Schweinepest zieht sich wie eine Schlinge um Deutschland: Nach jüngsten Ausbrüchen im Baltikum, Polen sowie in Bulgarien gibt es nun auch zwei Fälle in Belgien.

Mit Belgien ist die Afrikanische Schweinepest erstmals in einem Land westlich Deutschlands ausgebrochen. Am späten Donnerstagabend machte das Bundeslandwirtschaftsministerium bekannt, dass zwei tote Wildschweine in dem Nachbarland das Virus in sich trugen. Die Tiere seien „im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg, Belgien etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt” gefunden worden, heißt es in der Mitteilung.

In Deutschland wird der Ausbruch des ursprünglich aus Afrika stammenden Erregers seit Jahren befürchtet – Bund und Länder treiben hohen Aufwand zur Vorsorge. Auch in Mecklenburg-Vorpommern läuft seit längerem ein Programm, um die Wildschweinbestände zu reduzieren. Vor allem Viehhalter fürchten einen Ausbruch. In Dänemark und Bulgarien versuchen die Regierungen, ihre Länder mit Grenzzäunen vor Wildschweinen zu schützen, die das Virus in sich tragen.

Wildschweine transportieren das Virus über die Grenzen

In den vergangenen Wochen waren Ausbrüche der Seuche, die für den Menschen ungefährlich ist, aber für Wild- und Hausschweine häufig tödlich verläuft, in Bulgarien und Rumänien bekannt geworden. Forscher warnten vor einem Anstieg der Fälle in den vergangenen Monaten. Seit einigen Jahren kursiert der Erreger bereits im Osten Polens und im Baltikum sowie den Staaten östlich davon.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) erklärte zu dem Ausbruch im Westen: „Die neue Situation nehme ich sehr ernst. Die Afrikanische Schweinepest stellt seit längerem auch für Deutschland eine Bedrohung dar und unsere Vorbereitung für den Krisenfall laufen. Die rechtlichen Instrumente liegen vor, um die Afrikanische Schweinepest zu bekämpfen.” Bereits im Juni habe sie ein Gesetz auf den Weg gebracht, mit dem die bestehenden Maßnahmen ergänzt würden. Das Vorhaben stehe jedoch erst „kurz vor dem Abschluss”.

Fernfahrer sollen sensibilisiert werden

Klöckner betonte, Prävention stehe an erster Stelle: „Hier ist insbesondere Aufklärung gefragt, denn es sind vor allem Menschen, die einer Seuchenverbreitung Vorschub leisten, indem sie zum Beispiel Speisereste mit ASP-kontaminierten Schweinefleischerzeugnissen unachtsam entsorgen – eine Infektionsquelle für Wildschweine.” Der Bund habe deswegen eine mehrsprachige Aufklärungskampagne gestartet, bei der online und mit Flyern und Plakaten auch an Tank- und Rastplätzen informiert werden. Fernfahrer gelten als besonders potente Überträger des Virus.