Schwerter Pasewalk
Waffen des Mittelalters ausgegraben

Bei derartigen Funden schlägt das Herz von Grabungsassistent Thomas Hoche höher. An der Rückseite des in Sanierung befindlichen Hauses Baustraße 24 bis 26 legte er in einer Brandschicht zwei Schwerter frei. Sie müssen noch datiert werden. Möglicherweise stammen sie aus der Zeit des Stadtbrandes 1445. Denkbar ist auch 1630, als Pasewalk  von den kaiserlichen Truppen unter dem Befehl von Hans Götze  gebrandschatzt und zerstört wurde. Foto: Rainer Marten
Bei derartigen Funden schlägt das Herz von Grabungsassistent Thomas Hoche höher. An der Rückseite des in Sanierung befindlichen Hauses Baustraße 24 bis 26 legte er in einer Brandschicht zwei Schwerter frei. Sie müssen noch datiert werden. Möglicherweise stammen sie aus der Zeit des Stadtbrandes 1445. Denkbar ist auch 1630, als Pasewalk von den kaiserlichen Truppen unter dem Befehl von Hans Götze gebrandschatzt und zerstört wurde. Foto: Rainer Marten
Rainer Marten

Bei Bau- und Sanierungsarbeiten in der Pasewalker Baustraße machte Grabungsassistent Thomas Hoche in einer Baugrube eine Entdeckung. Er legte zwei mittelalterliche Schwerter frei.

Pasewalk. Bei einer baubegleitenden Ausgrabung in der Pasewalker Baustraße gelang Grabungsassistent Thomas Hoche ein besonderer Fund. In einer Tiefe von nur sechzig Zentimetern entdeckte er zwei Schwerter, einen Kugeltopf und einen Spinnwirtel.

Aufmerksam auf den mittelalterlichen Fund wurde Hoche in einem Graben, der zur Trockenlegung der Keller des Hauses Baustraße 24 bis 26 aufgegraben wurde. Im Erdprofil entdeckte er mindestens zwei übereinander liegenden mittelalterliche Lauf- und Auffüllschichten sowie Asche und verziegelten Lehm. Aus der oberen Schicht ragten zwei Metallspitzen heraus, der der Pasewalker zuerst für die Enden eines Hufeisens hielt. Bei der Grabung legte er nach und nach zwei Griffe, zwei Handschutze und schließlich zwei je 90 Zentimeter lange Klingen frei. Die Schwerter wurden offenbar ordentlich auf dem Fußboden des Hauses abgelegt, in direkter Nachbarschaft befand sich ein sogenannter Kugeltopf und ein Spinnwirtel. Der verziegelte Lehm deutet auf einen größeren Brand hin, dem das Haus zum Opfer fiel.

Die Funde wurden noch nicht fachmännisch datiert. Möglicherweise stammen sie aus der Zeit um 1445, als Pasewalk Opfer eines größeren Stadtbrandes wurde oder aus dem Jahre 1630. Im September jenes Jahres wurde die Stadt von den sogenannten Kaiserlichen auf Befehl von Hans Götz dem Erdboden gleich gemacht, weil sich Pasewalk zuvor den Schweden geöffnet hatte.

Die Grabungen an der Baustraße dauern an. Dort müssen noch Fundamente für Balkone ausgehoben werden. Wegen der Nähe zum Stadtzentrum hoffen die Bodendenkmalpfleger auf weitere Entdeckungen, die eine genaue zeitliche Einordnung der Schwerter ermöglichen.