KRANKENTRANSPORTE

Taxi-Unternehmer sauer über Kundenfang am Krankenbett

An der Pasewalker Asklepios-Klinik hat sich aus Sicht mehrerer Taxi-Unternehmen eine Unsitte breitgemacht: Mitarbeiter eines Taxi- und Transport-unternehmens gehen dort von Bett zu Bett und erfragen die Entlassungstermine, um sich die Heimfahrten der Patienten zu sichern. So werden die Mitbewerber um ihre Stammkunden gebracht.
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Nicht nur Unternehmer Jürgen Tolla aus Löcknitz, sondern auch seine Berufskollegen, darunter Werner Voigt, sind über die Praxis des Kundenfangs am Krankenbett in Pasewalk verärgert. Ein Unternehmen aus der westlichen Region setzt derzeit offenbar alles daran, andere Unternehmen aus dem Markt zu drängen. Rainer Marten
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Die Asklepios Klinik in Pasewalk. Nach der Genesung kümmern sich in der Regel die Patienten eigenverantwortlich um ihre Heimreise. In der Regel gewinnt dann, wer als Transportunternehmen schon vor Ort ist. Rainer Marten
Pasewalk.

Wer heute ein Taxiunternehmen führt, der weiß um die Härten des Geschäftes. Denn dieser Service wird immer weniger angefordert. Um wirtschaftlich überleben zu können, hat fast jeder Unternehmer eine Nische gefunden. Manche fahren tagtäglich ein oder zwei Schüler zum Unterricht, andere sind regelmäßig mit Dialysepatienten unterwegs, weitere halten sich mit Krankentransporten über Wasser. „Im Löcknitzer Raum hat fast jeder Taxi-Fahrer seine Stammkunden, wenn es um Krankentransporte geht. Da funkt keiner dem anderen ins Geschäft. Aber an der Asklepios-Klinik weht seit einer geraumen Zeit ein ganz anderer Wind“, hat Taxiunternehmer Jürgen Tolla festgestellt. Auch seine Löcknitzer Berufskollegen beklagen das. „Seit einem Eigentümerwechsel in einem Taxiunternehmen in der westlichen Kreishälfte betreibt dieser aggressiven Kundenfang am Krankenbett. Wenn wir das richtig verfolgt haben, dann schickt der Unternehmer so etwas wie einen Dispachter von Krankenbett zu Krankenbett und spioniert dort die Entlassungstermine der Patienten aus. Zugespitzt: Der Mann gehört schon fast zur Visite! Hat er den Entlassungstermin in Erfahrung gebracht, dann werden die Patienten bedrängt, sich von dem Unternehmen fahren zu lassen, obwohl sie eigentlich Stammkunden eines anderen sind“, beklagt Tolla.

Die Patienten entscheiden, mit wem sie fahren

Manchmal werde den Patienten sogar vorgegaukelt, dass das Unternehmen auf Vertragsbasis mit dem Krankenhaus arbeitet, hat der Löcknitzer von seinen Fahrgästen gehört. „Während der Fahrt wird der Patienten dann ausgehorcht, ob es Folgebehandlungen gibt, und dann wird versucht, sich auch diese Transporttermine zu sichern. Die Patienten aber müssen wissen, dass sie nach wie vor freie Wahl haben, wer sie fährt“, so Tolla.

Asklepios-Geschäftsführer Alexander M. Gross bestätigte, dass es entsprechende Gespräche gab. Sein Einfluss bestehe darin, dass er die Stationsleitungen und das Pflegepersonal aufgefordert habe, alle Transportunternehmen gleich zu behandeln, wenn ein Transportwunsch geäußert wird. „Letztlich entscheiden die Patienten, mit welchem Unternehmen sie die Rückreise antreten. Und da spielen Schnelligkeit und Qualität sicher auch eine entscheidende Rolle.“ Den jüngsten Vorfall will er erneut zum Anlass nehmen, um noch einmal auf das Gleichheitsprinzip hinzuweisen.

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