MOGELPACKUNG?

Mutter verärgert über Verteilung von Corona-Kinderbonus

150 statt 300 Euro Corona-Kinderbonus – so sieht für viele getrennt lebende Eltern die Realität aus. Zu ihnen zählt auch Doreen Teske aus Pasewalk. Dass sie den Bonus teilen soll, sorgt bei ihr für Unmut.
Dass Doreen Teske die 300 Euro Corona-Kinderbonus mit dem Vater ihrer Tochter teilen muss, findet sie ungerecht. Er bezahle zw
Dass Doreen Teske die 300 Euro Corona-Kinderbonus mit dem Vater ihrer Tochter teilen muss, findet sie ungerecht. Er bezahle zwar den Unterhalt für das gemeinsame Kind, kümmere sich sonst aber gar nicht um die Tochter. Johanna Horak
Pasewalk.

Seit einer Woche wird der sogenannte Corona-Kinderbonus in Höhe von 300 Euro schrittweise an die Empfänger ausgezahlt. Dazu zählt auch die Pasewalkerin Doreen Teske. Sie bekommt allerdings nur die Hälfte des Geldes. Und damit ist sie nicht allein. Denn die andere Hälfte, so berichtet die Pasewalkerin, bekomme ihr ehemaliger Lebensgefährte, der Vater ihrer Tochter.

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Dass es den Bonus gebe, sei schön und gut, sagt die Mutter eines 23-jährigen Sohnes und einer 17-jährigen geistig und körperlich beeinträchtigten Tochter. Dass sie nur einen Teil des Geldes erhalten würde, habe sie nicht gewusst.

Das Geld wird aufgeteilt

Erst beim Jugendamt habe man ihr erklärt, dass der Corona-Kinderbonus nur in vollem Umfang an den Kindergeldberechtigten, in diesem Falle Doreen Teske, ausgezahlt wird, wenn sie nicht die volle Unterhaltszahlung erhält. „Wenn der Mann sich um sein Kind kümmert, finde ich diese Regelung auch völlig in Ordnung“, erklärt Doreen Teske.

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Doch zum leiblichen Vater ihrer Tochter bestehe kein Kontakt mehr. „Es herrscht Funkstille. Für den Unterhalt unseres Kindes kommt er auf.", so Teske. 

Die zweifache Mutter findet das ungerecht

Einige ihrer Freunde seien in derselben Situation, erzählt die zweifache Mutter weiter. „Wir verstehen diese Regelung einfach nicht. Wir werden bestraft, weil die Väter den vollen Unterhalt zahlen“, versteht Doreen Teske die Welt nicht mehr. 

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Was sie mit den 150 Euro zusätzlich gemacht hätte? „Vielleicht einen Ausflug“, sagt Doreen Teske. „Kinder brauchen eigentlich immer etwas, sie haben Wünsche, die man davon hätte erfüllen können“, schiebt sie hinterher. Ihrer Meinung nach hätte man es dann gleich mit dem Corona-Kinderbonus sein lassen können. „Oder man hätte einfach allen denselben Betrag zugestehen müssen“, findet Doreen Teske.

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Kommentare (7)

...es gibt soooo viele Elternteile, die zur Zahlung des Unterhaltes gezwungen werden, obwohl sie viel Zeit mit ihren Kids verbringen. Nur interessiert das keine Sau. Alle wollen nur die ihnen zustehende Kohle. Und ein Vater, der im Monat 300 Euro Unterhalt löhnen muss, kann selber weniger mit seinen eigenen Kindern machen, als er vielleicht vorhätte. Da gibt es so viele falsche Schlangen, die ihren Blick nur fürs Geld haben und abkassieren. Die Teilung des Kinderbonus ist mehr als GERECHT! Äußerst einseitige Ansichtsweise, die hier durch den NK dargestellt wird! Dass diese Frau hier eine Einzelfallentscheidung verdient hätte, steht außer Frage. Soe wie einige andere auch, dennoch haben auch die anderen Elternhälften Unterstützung verdient!

Der Bonus ist eine kleine, finanzielle Entlastung durch den Staat für die unterhaltspflichtigen Eltern in der Corona-Zeit. Elternteile, die sich nicht ideell um ihre Kinder kümmern, zahlen mit der nächsten Unterhaltszahlung die 150 Euro sowieso an das Kind weiter. Eltern die 300 Euro erhalten, bekommen faktisch die anderen 150 Euro vom Staat. Die 150 Euro für ein Kind z.B. an diese Mutter sind eine kleine finanzielle Entlastung durch den Staat für ihren Anteil am Kindesunterhalt, den sie ebenso zahlt an das Kind durch Miete, Wasser, Strom, Nahrung, Kleidung usw. Volkstümlich glauben viele alleinerziehende Eltern, unterhaltspflichtig sei nur das Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt. Also wird kein Kind bestraft.

Sorry, aber die Standpunkte in den bisherigen Kommentaren finde ich schon äußerst erstaunlich. Soweit ich das mitbekommen habe, soll der Bonus doch ein Ausgleich für die zusätzlichen Belastungen bei der Betreuung der Kinder in Corona-Zeiten sein. Ich erinnere nur mal an die wochen- bzw. monatelangen Kita- und Schulschließungen. Abgesehen davon, dass 300,00 EUR dafür lächerlich sind, frage ich mich, welche zusätzlichen Belastungen der Vater im Zusammenhang mit der Betreuung seiner Tochter in dem oben geschilderten Fall hatte? Er hat sich, wie wohl schon seit vielen Jahren zuvor, in keinster Weise an der Betreuung der Tochter beteiligt. Insofern ist die Sichtweise der Mutter absolut verständlich!
Klar, wenn beide Elternteile die Belastungen auch gemeinsam getragen haben, sollen sie auch beide von dem Bonus profitieren. Aber auch nur dann!
Und wenn die "ältere Frau" (@ FISCH0903) es offenbar als erstrebenswert betrachtet, Kontakte bzw. eine Beziehung zwischen Vater und Kind zu verhindern, mag das ja ihre individuelle Sichtweise sein, mit der sie dann eben leben muss. Ich glaube jedoch, die meisten Kinder würden sich freuen, wenn beide Elternteile Interesse an ihnen haben.
Als Alleinerziehende kann ich jedenfalls aus eigener Erfahrung sagen, dass ich praktische und organisatorische Hilfe bei der Kinderbetreuung wirklich sehr gut hätte gebrauchen können, als die Kinder noch klein waren! Ich bin jedenfalls total stinkig, dass sich der Erzeuger meiner Kinder nach der Trennung ganz schnell aus der Verantwortung gezogen hat!

... von FISCH0903 hin?? Auch wenn ich da eine komplett andere Meinung habe, aber da war doch nun nichts Beleidigendes oder Diskriminierendes drin, dass man hätte die Kommentare zensieren müssen?! Also das würde mich echt mal interessieren, was da der Grund für die Löschung gewesen ist.

hat sich selbst aus dem Rennen genommen 🤔

Der Artikel suggeriert, dass Elternteile anteilig den Bonus erhalten.
Hier wurde aber auch mal geschrieben, dass einer (der KG-Empfänger) den Bonus erhält und der andere den Unterhalt um 150 € kürzen darf.

Darf, nicht muss.

Was stimmt denn jetzt?

Ich zahle auch Unterhalt und kürze den nicht. Das gibt nur Stress und mich juckt es auch nicht.
Stets in der Hoffnung, dass es ohnehin beim Kind in irgendeiner Form ankommt.

Eine Entscheidung die nicht allen gerecht werden kann führt wieder zu Frust. War abzusehen. Also lieber gar keine Auszahlung? Dann wird auch gejammert.
Es geht eben schlicht nicht das subjektive Gerechtigkeitsempfinden eines jeden Falles zu besänftigen - ist aber nicht Neu. Es ist in jedem Falle falsch oder zu wenig und überhaupt - aber so ein Artikel beleuchtet eben nicht alle Seiten. Wenn man das mochte bitte schön.

Seine Meinung dazu hätte mich interessiert. So wirkt der Artikel eher einseitig. Schade.