INTERVIEW

Norbert Raulin greift wieder an

Wer gedacht hat, Norbert Raulin (SPD) trete nun von der politischen Bühne ab, muss sich eines Besseren belehren lassen: Der ehemalige Strasburger Bürgermeister will angriffslustig in den Kreistag zurückkehren.
Jörg Foetzke Jörg Foetzke
Norbert Raulin (SPD) hat ein klares Ziel: Er will zurück in den Kreistag.
Norbert Raulin (SPD) hat ein klares Ziel: Er will zurück in den Kreistag. Jörg Foetzke
Vorpommern.

Herr Raulin, wie geht es Ihnen?

Mir geht es gut. Ich fühle mich nach überstandener Krankheit den kommenden Aufgaben gewachsen.

Die da wären?

Ich werde wieder für den Kreistag kandidieren, weil ich unter anderem nicht möchte, dass die AfD zu viele Stimmen bekommt. Ich möchte mich mit meinen Erfahrungen gern noch mal einbringen.

Wie sehen Sie Ihre Chancen?

Ich hoffe darauf, dass meine langjährigen Erfahrungen und mein bisheriges Engagement beim Wähler zum Tragen kommen.

Wie sehen Sie die Chancen für Ihre Partei, die SPD?

Die SPD liegt bei den aktuellen Umfragen bei 15 Prozent und macht gegenwärtig jeden Tag viele Fehler.

Welche Fehler?

Die Erneuerung der Partei ist bisher missglückt, und wir haben nur wenige wirklich sinnvolle Vorschläge unterbreitet. Den Bürgern wird jeden Tag mehr Geld aus der Tasche gezogen. Das fängt bei den Energiepreisen an und setzt sich mit der chronischen Unterfinanzierung der Kommunen fort, die der Bürger durch Erhöhung von Gebühren, Beiträgen und Steuern tragen muss. Aus dem Wahlkampf ist erkennbar, dass die SPD als Regierungspartei leider dafür mitverantwortlich ist.

Wenn Sie auf die zu Ende gehende Wahlperiode blicken, was waren die wichtigsten Themen in der Kreistagsarbeit?

Die SPD war mit neun Kreistagsmitgliedern mit Abstand die effektivste Fraktion, was durch die Anzahl der Anträge und der Forderungen an die Kreisverwaltung deutlich wird. Gemeinsam mit den sachkundigen Einwohnern ist es uns gelungen, bei der Finanzierung aus kommunalen Mitteln auf eine bessere Ausstattung der Städte und Gemeinden hinzuwirken. Verbesserungen konnten wir im Schülerverkehr sowie bei der Straßensanierung erreichen.

Wie sehen Sie die Arbeit der Kreisverwaltung in der ablaufenden Legislaturperiode?

Aus meiner Sicht sind die Mitarbeiter der Kreisverwaltung ein echter Partner für die Politik. Die Kreistagsmitglieder konnten sich stets auf die Aussagen und Zuarbeiten verlassen.

Sie waren lange Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag. Streben Sie wieder eine Funktion an?

Selbstverständlich. Der Fraktionsvorsitz sollte aber in jüngere Hände gelegt werden. Wenn es um wirtschaftliche Themen innerhalb des Kreistages geht, werde ich gern wieder Aufgaben übernehmen.

Wo sehen Sie die Hauptaufgaben des zukünftigen Kreistages?

Die weitere Stabilisierung der Kommunalfinanzen, die Weiterentwicklung einer effizienten Schülerbeförderung, der zügige weitere Ausbau der Kreisstraßen sowie die Entprivilegierung des Ausbaus von Windkraftanlagen sind aus meiner Sicht die vordringlichen Aufgaben des neuen Kreistages.

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