TODESFALL LEONIE

Kommt Leonies Stiefvater David H. bald aus dem Gefängnis?

In der kommenden Woche entscheidet sich, ob David H., der im Verdacht steht, seine Stieftochter Leonie ermordet zu haben, weiter in U-Haft bleiben muss.
Holger Schacht Holger Schacht
Anklam, 21. Januar: Zivilbeamte bringen David H. zum Transporter, mit dem er zum Haftrichter nach Pasewalk gebracht wird. Sein Anwalt holte ihn aus einem Dorf bei Jatznick ab. David H. hatte signalisiert, dass er sich stellen wolle.
Anklam, 21. Januar: Zivilbeamte bringen David H. zum Transporter, mit dem er zum Haftrichter nach Pasewalk gebracht wird. Sein Anwalt holte ihn aus einem Dorf bei Jatznick ab. David H. hatte signalisiert, dass er sich stellen wolle. Karsten Riemer
Torgelow.

Ins Mord-Ermittlungsverfahren zum Tod der kleinen Leonie (6) kommt Bewegung. Am nächsten Donnerstag ist vor dem Amtsgericht Pasewalk ein Haftprüfungstermin. Dabei geht es um die Frage, ob der mordverdächtige David H. weiter in U-Haft bleibt.

Dessen Anwalt, Bernd Raitor aus Wolgast, beantragte den Termin. Der Strafverteidiger macht sich nicht ohne Hoffnung auf die Reise nach Pasewalk: „Ich sehe bei meinem Mandanten keinen dringenden Tatverdacht. Seine Erklärungen sind schlüssig.“

Bei der Verkündung des Haftbefehls wegen „Mord durch Unterlassen“ habe sich David H., so sein Anwalt, detailliert und ausgiebig eingelassen. Demnach sei Leonie mit dem Puppenwagen die Treppe hinuntergestürzt. Auch für ihr blaues Auge habe David H. eine Erklärung. Der Anwalt: „Das passierte beim Spielen mit anderen Kindern. Leonies Mutter bestätigt das.“

Wann hat der Stiefvater den Rettungsdienst alarmiert?

Die Mutter Janine Z. gilt bei der Staatsanwaltschaft ebenfalls als „Beschuldigte“. Sie ist in einer Einrichtung untergebracht, in der sich Pflegepersonal 24 Stunden um sie und ihr jüngstes Kind kümmern können. Laut Strafverteidiger Raitor gibt Stiefvater David H. an, dass es durch ihn „keine Gewalttätigkeiten“ an Leonie gegeben habe: „Es gibt keine Zeugen, die derartiges gesehen haben. Im Gegenteil: Mein Mandant soll zu dem Kind ein gutes Verhältnis gehabt haben.“

Von großer Bedeutung ist jetzt das Gutachten über die Ergebnisse der Obduktion an Leonies Leiche. Darin soll die Todesursache und der genaue Todeszeitpunkt geklärt werden. Bei der Leichenschau in der Todeswohnung in der Torgelower „Breite Straße“ stellte der Notarzt nach Nordkurier-Informationen als Todeszeitpunkt 16.30 Uhr fest. David H. alarmierte den Rettungsdienst um 19.08 Uhr. Anwalt Raitor sagt dagegen: „Er hat den Rettungsdienst rechtzeitig benachrichtigt.“

Leonies Mutter steht nicht unter Polizeischutz

Janine Z. will vom Todesdrama ihrer Tochter nichts mitbekommen, in einem anderen Zimmer Musik gehört haben. Sie soll vor wenigen Wochen bei einem Strandspaziergang am Haff in Ueckermünde gesehen worden sein. Inzwischen sind dem Nordkurier Fotos zugespielt worden, die Janine Z. rauchend vor einer Eingangstür zeigen sollen. 

Janine Z. soll in der Einrichtung bereits „lockere Freundschaften“ geschlossen haben. Augenzeugen sahen sie mit Kopfhörern singend zur Musik tanzen. Laut Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler steht Leonies Mutter in der Einrichtung nicht unter Polizeischutz oder Bewachung. Wie kompliziert die Beweislage im Fall Leonie ist, zeigt ein weiteres Detail. Anwohner berichten, dass „vor etwa zwei Wochen“ Zivilbeamte in der Wohnung in der „Breite Straße“ waren, um erneut Handys und ein Laptop zu beschlagnahmen.

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Kommentare (3)

Die Kommentare werden hier sowieso gelöscht.
Schrecklich !!!

und hier war nen Kommentar hinbrüllen?

Die Berichterstattung zu diesem Fall in den Medien erscheint mir überdenkenswert. Zwar gilt in der Justiz die Unschuldsvermutung bis zu einer Verurteilung, aber dass ein Anwalt sich hier öffentlich zu einem laufenden Verfahren äußern darf, finde ich grenzwertig. Hat dieser Anwalt mal darüber nachgedacht, dass nicht nur ein 6 jähriges Mädchen tot ist, sondern ihr Bruder nur schwerverletzt überlebt hat? Der werte Herr Anwalt möge sich seine Plädoyers für den Gerichtssaal aufheben und Polizei und Justiz ihre Arbeit machen lassen. Und eine Bitte an die Medien: Behandeln Sie bei solch schweren Verbrechen die Angehörigen mit Respekt und Anstand. Die Faux-Pas der Berichterstattung erinnern mich sehr an Gladbeck. Hier sollte die Ethikkommission des Presserats aktiv werden.
Ein Bürger aus MV